Potsdam - In Brandenburg gibt es den fünften bestätigten Fall von Affenpocken. Wie das Gesundheitsministerium in Potsdam am Samstag mitteilte, wurde das Virus bei einem Mann im Landkreis Oder-Spree nachgewiesen. Das Gesundheitsamt habe alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet, hieß es.

Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung. Der Erreger wird nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) meist durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Erste Symptome sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Großflächiger Hautausschlag ist möglich.

Die Symptome verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst, können bei einigen Menschen aber zu medizinischen Komplikationen und in sehr seltenen Fällen auch zum Tod führen. Personen, die möglicherweise Kontakte zu Infizierten hatten, wird empfohlen, genau auf Symptome zu achten und Kontakte vorsorglich zu reduzieren.

Der erste Fall in Brandenburg war am 28. Mai bei einem 40-Jährigen aus Potsdam bestätigt worden. Bundesweit sind nach RKI-Angaben mit Stand Freitag 165 Fälle aus insgesamt 9 Bundesländern erfasst worden. Am Vortag waren es 131.

Erwachsene, die engeren Kontakt mit einem Affenpocken-Infizierten hatten oder ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben, sollen nach dem Willen der Ständigen Impfkommission (Stiko) künftig eine Impfung gegen Affenpocken erhalten. Die Empfehlung veröffentlichte die Stiko am Donnerstag. Der Beschlussentwurf der Empfehlung muss nun noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und beteiligten Fachkreisen - es ist also noch keine endgültige Empfehlung.