Die Spieler von Eintracht Frankfurt haben im Finale der Europa League am Mittwochabend gegen die Glasgow Rangers gleich zu Beginn einen Schockmoment überstehen müssen. Sebastian Rode blieb nach einem Foul von John Lundstram in der fünften Minute am Kopf blutend auf dem Rasen liegen und wurde mehrere Minuten behandelt. Der Brite hatte den Eintracht-Profi mit dem Schuhstollen an der Stirn getroffen. Nach der Unterbrechung spielte Rode mit einem Kopfverband weiter.

Vor dem Spiel waren bereits dutzende Fans von Eintracht Frankfurt und den Glasgow Rangers im südspanischen Sevilla aufeinander losgegangen. Gegen 18 Uhr hätten sie sich im Zentrum der Stadt mit Stühlen der Straßencafés, Flaschen und anderen Gegenständen beworfen, berichtete die Lokalzeitung Diario de Sevilla. In einem Video war zu sehen, wie es zu Schlägereien kam und auch am Boden liegende Menschen getreten wurden. Von Festnahmen wurde zunächst nichts bekannt. Die gegnerischen Gruppen zogen sich zurück, als die Polizei eintraf.

Sevillas Polizeichef: „schwierigstes Spiel der vergangenen Jahre“

Früher am Tag waren fünf Eintracht-Fans festgenommen worden. Sie waren nach Angaben der Polizei Teil einer Gruppe von 200 deutschen Anhängern, die in der Nacht auf Mittwoch nahe der Kathedrale im Zentrum der Stadt schottische Fans attackiert haben sollen. Die Polizei bestätigte am Mittwoch auf Anfrage entsprechende Berichte spanischer Medien. Die deutschen Fans sollen die Beamten mit Leuchtraketen, Tischen und Flaschen beworfen haben. Sie werden demnach der Störung der öffentlichen Ordnung und der Aggression beschuldigt.

Der zuständige Polizeichef Juan Carlos Castro hatte kurz vor diesen ersten Ausschreitungen am Dienstag vor „ernsten Problemen“ gewarnt. Zum Finale am Mittwochabend seien in Sevilla rund 150.000 Fans erwartet worden, 100.000 aus Schottland und 50.000 aus Deutschland. „Das ist ungeheuerlich“, meinte Castro. „Das sind zu viele Menschen mit zu viel Alkohol, die meisten ohne Eintrittskarte für das Spiel. Und es gibt in der Stadt viele Baustellen. Das alles zusammen kann zu ernsten Problemen führen.“

Zum Finale wurden 5500 Sicherheitskräfte eingesetzt. Castro sprach vom „schwierigsten Spiel der vergangenen Jahre“ in der andalusischen Metropole.