Die Spiele im Profifußball erhöhen einer Studie zufolge die Zahl der Gewaltdelikte in den jeweiligen Städten um gut ein Fünftel. Über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren ermittelten Forscher des Münchner Ifo-Instituts in einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung 38.268 einfache Körperverletzungen im Zusammenhang mit Fußballspielen der ersten bis dritten Liga. Dies seien 21,5 Prozent mehr Gewalttaten, als an den jeweiligen Wochentagen üblicherweise zu erwarten seien.

Den Ifo-Forschern zufolge verursachten die Taten Kosten in Höhe von rund 194 Millionen Euro bei der Polizei, den Staatsanwaltschaften, den Gerichten, durch Verdienstausfall und Krankenbehandlungen. Dies entspreche jährlich rund 44 Millionen Euro.

Zuschauer-Attacken auf Polizisten

Die Opfer seien vor allem junge Männer im Alter von 18 bis 29 Jahren. Beinahe ein Fünftel der zusätzlichen Gewalt erkläre sich aber durch Angriffe auf Polizisten.

Die untersuchten Daten stammen aus der polizeilichen Kriminalstatistik. Die Forscher untersuchten den Zeitraum von Januar 2011 bis Mai 2015.