Wann geht es wieder los im Berliner Amateurfußball? Sportplatz Blissestraße im Volkspark Wilmersdorf
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BerlinSegler müssen den bislang vorgeschriebenen Abstand von 1,5 Metern beim Ausüben  ihres Sports im Freien unter gewissen Voraussetzungen nicht mehr einhalten. Das teilte der Berliner Segler Verband e.V. unter Berufung auf Berlins Staatssekretär für Sport, Aleksander Dzembritzki mit. Voraussetzung dafür seien ein Hygieneschutzkonzept sowie die Möglichkeit der Nachverfolgung von Kontakten. 

Wünschenswert seien zudem „gleiche Bootsbesatzungen und die Sensibilisierung der überwiegend jungen Trainerinnen und Trainer“, wie es in einem Schreiben des Verbandes heißt. Deren Verantwortung sei nach Aussage von Staatssekretär Dzembritzki riesig. Bei Trainingsbesprechungen mit Abständen unter 1,5 Metern sollen aber weiterhin Mund-Nasenmasken getragen werden.

Lockerungen gibt es nach Angaben des Innensenators Andreas Geisel (SPD) auch im Kampfsport und beim Fußball. „Ich habe meine Verwaltung beauftragt, für die nächste Senatssitzung am 21. Juli 2020 eine entsprechende Entscheidung zur Freigabe auch für den Kontaktsport vorzubereiten“, teilte Berlins Innensenator Andreas Geisel dazu mit

„Beim Amateurfußball ist damit ab sofort voller Trainingsbetrieb erlaubt, mit dem Ziel zum Saisonbeginn im September den Wettkampfbetrieb freizugeben“, so Geisel weiter. Zur „Kontaktverfolgung und sofortigen Eindämmung bei etwaigen Infektionsgeschehen“ müssten aber „grundsätzlich Teilnehmerlisten erstellt“ werden.

Die neuen Regelungen gelten bereits ab heute. Der Innensenator: „Im Vorgriff auf diese voraussichtliche Senatsentscheidung werden aus Opportunitätserwägungen diese Festlegungen ab dem 14. Juli 2020 vorab in Kraft gesetzt. Ordnungsbehörden und die Polizei werden gebeten, ihre Ermessensspielräume entsprechend auszuschöpfen.“

Nach Informationen des Segler Verbandes e.V. sei die Wasserschutzpolizei demnach „angewiesen worden, ab sofort auf die Kontrolle der noch geltenden Abstandsregel zu verzichten“.

Berliner Fußball: Termin für Saisonstart weiter unklar

Trotz der sofortigen Freigabe von Kontaktsport durch den Senat gibt es für den Berliner Jugend- und Amateurfußball weiter keinen Termin für den Start der neuen Saison. Denn grünes Licht für den Wettkampfspielbetrieb ist in der veröffentlichten Neuregelung der Corona-Regeln nicht vorgesehen. Ziel sei es, den Re-Start dann im September durchzuführen - das wäre dann nach einer rund halbjährigen Corona-Pause. Dies könnte unter anderem zur Folge haben, dass der Berliner Pokalsieger als Teilnehmer am DFB-Pokal nicht rechtzeitig ermittelt werden kann. Die erste Runde des nationalen Cups soll vom 11. bis 14. September gespielt werden.

„Leider haben wir noch keine Klarheit, wann der Spielbetrieb 2020/21 des Berliner Fußball-Verbandes aufgenommen werden kann“, sagte BFV-Geschäftsführer Kevin Langner: „Mir wurde aber vom Senat am Telefon erläutert, dass zunächst die Infektionszahlen nach der Urlaubsphase und somit zum Ende der Berliner Sommerferien abgewartet werden sollen. Dieses Argument kann ich inhaltlich nachvollziehen.“ Aus Sicht des Verbandes sollte es aber nochmals Gespräche mit den verantwortlichen Politikern geben.

Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport hatte am Montag mitgeteilt, dass bei Kontaktsportarten und damit auch beim Amateurfußball „ab sofort voller Trainingsbetrieb erlaubt“ sei. Einen offiziellen Beschluss dazu soll es aber erst am 21. Juli geben. Der BFV sprach von einem „Graubereich“ bis dahin. Für das Kontakttraining gilt die Umsetzung eines Hygienekonzeptes.

„Alle Mitgliedsvereine werden gebeten, mit der Entscheidung des Sportsenators verantwortungsvoll umzugehen und bei eventuellen Überprüfungen durch die Ordnungsbehörden auf die Veröffentlichung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport zu verweisen“, heißt es auf der BFV-Homepage.