Trainer-Legende Christoph Daum hat Krebs: „Ich bin ein Kämpfer“

Der langjährige Bundesliga-Trainer Christoph Daum ist an Krebs erkrankt. Er bleibt aber optimistisch – und ruft dazu auf, zur Vorsorge zu gehen.

Christoph Daum ist an Krebs erkrankt.
Christoph Daum ist an Krebs erkrankt.dpa/Peter Kneffel

Berlin-Der langjährige Bundesliga-Trainer Christoph Daum ist an Krebs erkrankt. „Leider musste ich mich in den letzten Monaten aus der Öffentlichkeit zurückziehen, da ich im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung eine Krebsdiagnose erhalten habe“, schrieb Daum bei Instagram.

Der 68-Jährige befindet sich laut eigener Aussage beim Centrum für Integrierte Onkologie an der Uniklinik Köln „in den besten Händen“, die begonnene Behandlung schlage zudem „sehr gut“ an. Welche Art von Krebs genau festgestellt wurde, machte Daum nicht öffentlich.

Daum: „Werde diese Herausforderung mit all meiner Kraft angehen“

„Ihr kennt mich: Ich bin ein Kämpfer und werde auch diese Herausforderung optimistisch und mit all meiner Kraft angehen“, schrieb Daum. Er bat darum, „zu respektieren, dass ich jetzt Privatsphäre brauche, um so schnell wie möglich wieder gesund zu werden“. Daum, der frühere Coach von Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt, des VfB Stuttgart und des 1. FC Köln, schickte zudem einen Rat an seine Follower: „Geht rechtzeitig zur Krebsvorsorge!“

Daum erhielt zahlreiche aufmunternde Kommentare. Unter anderem von 1990er-Weltmeister Thomas Häßler, den er beim 1. FC Köln zum Nationalspieler gemacht hatte: „Gute Besserung, Coach! Du schaffst es.“ Bayer Leverkusen wünschte seinem langjährigen Trainer, der mit der Werkself 1997 und vor allem 2000 nur knapp die Meisterschaft verpasst hatte, „viel Kraft“.

Christoph Daum und der Kokain-Skandal

Vor dieser strotzte Daum stets. Als er 1986 in Köln auf den Trainerstuhl rückte, war er ein Hansdampf in allen Gassen. Kein Spruch war ihm zu kess, kein Ziel zu hoch, um es laut auszusprechen.

Mit Vorliebe rieb sich Daum am Branchenriesen Bayern München und dessen langjährigem Manager Uli Hoeneß. Dieser war es auch, der Daums Fall kurz vor dem Karriere-Höhepunkt indirekt vorantrieb: Nach der verkorksten EM 2000 wurde der gebürtige Zwickauer zum Bundestrainer erkoren. Geplanter Amtsantritt: Sommer 2001. Im Herbst 2000 aber kamen Kokain-Gerüchte um Daum auf, die Hoeneß schürte. Eine Haarprobe war schließlich positiv – Daums Karriere stoppte abrupt.

Der frühere „Lautsprecher“ brauchte Jahre, um sich in der deutschen Öffentlichkeit zu rehabilitieren. Titel gelangen ihm nur noch in seiner zweiten sportlichen Heimat, der Türkei. In Deutschland hatte er seine Magie hingegen verloren, mit Eintracht Frankfurt stieg er 2011 gar ab. Immerhin: Mit Hoeneß hat sich Christoph Daum vor einigen Jahren ausgesöhnt.