Der Fußgängerverband hält den neuen Plan, die Friedrichstraße in Berlin künftig in Teilen auch für Radfahrer zu sperren, für eine gute Idee. Aktuell sind im Rahmen eines Verkehrsversuches nur Autos tabu - und zwar auf einem etwa 500 Meter langen Abschnitt der Friedrichstraße in der Nähe des Luxus-Kaufhauses Galeries Lafayette. Die Straße soll dort zur Flaniermeile werden. „Wir freuen uns, dass das in der Stadt meistbenutzte Verkehrsmittel jetzt auch die ganze Straße bekommt“, sagte Roland Stimpel vom Fußgängerverband Fuss e.V am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Die meisten Menschen seien schließlich zu Fuß unterwegs. Es sei daher sinnvoll, dass sie den Raum nun für sich hätten. Allerdings hätte sich Stimpel auch eine „Mischzone“ vorstellen können. Mit einem schmaleren Radweg zum Beispiel hätte man aus seiner Sicht den Fahrradverkehr etwas entschleunigen können und noch genügend Platz zum Spazieren gehabt. Es sei schade, dass man solch ein Projekt nicht ausprobiert habe.

Der bislang verfolgte Plan, die Friedrichstraße in Mitte in eine Flaniermeile zu verwandeln, könne durch die neue Idee erstmals richtig Gestalt annehmen, befand Stimper: „Das Etikett hat bis jetzt nicht gestimmt. Wenn man spontan in alle Richtungen gehen kann, dann ist das erst mal die wichtigste Voraussetzung zum Flanieren“. Eine Straße, auf der alles im Schritttempo geschehe, sei für Fußgänger „das Entspannteste“.

Berlins Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) hatte angekündigt, dass sie nach den Autos auf der Friedrichstraße nun auch den breiten Radweg in der Straßenmitte abschaffen will. Die Idee der Flaniermeile habe so bisher nicht funktioniert, hieß es am Donnerstag aus der Verkehrsverwaltung. Künftig hätten überall Fußgänger Vorrang. Dies hatte für teils harsche Kritik gesorgt.