Ukraine: G7-Staaten gründen Plattform zur Koordinierung von Finanzhilfen

Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete den Wiederaufbau der Ukraine als „Menschheitsaufgabe, vergleichbar mit dem Marshallplan nach dem Zweiten Weltkrieg“.

Bundeskanzler Olaf Scholz bei einer Pressekonferenz nach einem Treffen der G7-Staaten.
Bundeskanzler Olaf Scholz bei einer Pressekonferenz nach einem Treffen der G7-Staaten.Imago/Christian Spicker

Die G7-Staaten wollen ihre finanzielle Unterstützung für die Ukraine künftig bündeln. „Die G7 hat sich heute auf zentrale Momente für eine Plattform verständigt, die die finanzielle Unterstützung aller Geber koordinieren soll“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Montag in Berlin nach einer Videokonferenz der Gruppe großer Industriestaaten (G7). „Das Ziel ist es, diese Plattform nun rasch aufzubauen, unter Beteiligung der Ukraine, internationaler Finanzinstitutionen und weiterer Partner.“

Scholz bezeichnete den Wiederaufbau der Ukraine als eine „Menschheitsaufgabe, vergleichbar vielleicht mit dem Marshallplan nach dem Zweiten Weltkrieg“. Die G7-Gruppe stehe angesichts des russischen Angriffskriegs weiterhin „fest an der Seite der Ukraine“, betonte der Kanzler.

An der Videokonferenz der G7-Staaten nahm auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil. Für Dienstag ist in Paris eine internationale Hilfskonferenz für die Ukraine geplant, die derzeit besonders unter den russischen Angriffen auf die Energie-Infrastruktur des Landes leidet. Selenskyj wird dann ebenfalls per Video zugeschaltet sein.

Scholz spricht von „unerschütterlicher Solidarität mit der Ukraine“

Die „unerschütterliche Solidarität mit der Ukraine“ und die konkrete Unterstützung des Landes hätten sich wie ein roter Faden durch die deutsche G7-Präsidentschaft gezogen, sagte Scholz. „Sie zeigt sich in den verschiedensten Bereichen: politisch, finanziell, wirtschaftlich, humanitär und militärisch - und das werden wir tun, so lange wie es nötig ist.“

Die „Einigkeit“ und die „Entschlossenheit“ der G7 hätten dazu geführt, dass der russische Präsident Wladimir Putin „heute ganz alleine dasteht“, sagte der Bundeskanzler. „Wir fordern Putin erneut auf, das sinnlose Töten in der Ukraine zu beenden und seine Truppen zurückzuziehen.“

Der Gruppe der G7 gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA an. Deutschland übergibt die G7-Präsidentschaft zum Jahreswechsel an Japan.