Über 60 Kinder sterben durch Hustensaft aus Indien

In Gambia kamen Kinder ums Leben, nachdem sie Hustensaft getrunken haben. Der indische Hersteller stellt die Produktion ein. WHO und Polizei prüfen den Fall.  

Für Kinder aus Gambia wurde aus Hustensaft Indien zur tödlichen Falle (Symboldbild). 
Für Kinder aus Gambia wurde aus Hustensaft Indien zur tödlichen Falle (Symboldbild). imago/Chromorange

Dutzende Kinder sind in Gambia womöglich durch verunreinigte Husten- und Erkältungssäfte gestorben. Nun soll der indische Hersteller die Produktion einstellen. Das ordnete die Regionalregierung im indischen Bundesstaat Haryana an, wo die Firma Maiden Pharmaceuticals Limited ihren Sitz hat, wie die indische Nachrichtenagentur ANI am Mittwoch berichtete. 

Demnach sagte der örtliche Gesundheitsminister Anil Vij, dass bei einer Inspektion in der Produktionsstätte verschiedene Mängel festgestellt worden seien. Zudem würden derzeit noch Hustensaftproben in einem Labor ausgewertet. Nach Angaben von Behörden und der Firma sind die betroffenen Medikamente nur nach Gambia geliefert worden.

WHO: Mittel verursachen akutes Nervenversagen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte vergangene Woche vor den Mitteln. Die in Gambia vertriebenen Husten- und Erkältungssäfte stehen nach WHO-Angaben im Verdacht, akutes Nierenversagen auszulösen und den Tod von mehr als 60 Kindern verursacht zu haben. Die gambischen Gesundheitsbehörden riefen ebenfalls dazu auf, die in Verdacht stehenden Säfte nicht mehr zu verschreiben.  

Ihren Angaben zufolge waren die vom Nierenversagen betroffenen Kinder unter fünf Jahre alt. Nach Angaben der gambischen Polizei wurden 50.000 Fläschchen der vermutlich kontaminierten Medikamente ins Land gebracht. Ein Großteil davon, rund 41.500 Produkte, wurden demnach von den Gesundheitsbehörden beschlagnahmt. Indien ist als Apotheke der Welt bekannt und stellt viele Medikamente kostengünstig besonders für ärmere Länder her.