Ganze Pressestelle von Twitter in Deutschland gefeuert

Die gesamte Kommunikationsabteilung von Twitter existiert seit der Übernahme durch den neuen Chef Elon Musk offenbar nicht mehr.

Bei Twitter herrscht seit der Übernahme durch Elon Musk Chaos.
Bei Twitter herrscht seit der Übernahme durch Elon Musk Chaos.AP/Jeff Chiu

Twitter-Chef Elon Musk hat offenbar die gesamte Kommunikationsabteilung von Twitter in Deutschland entlassen. Dies berichtete die Welt unter Berufung auf den ehemaligen Leiter der Abteilung, der aktuell gegen seine Entlassung vor dem Hamburger Arbeitsgericht klagt.

Seit der Übernahme der Plattform durch Musk Ende Oktober herrscht Chaos bei Twitter. Große Werbekunden wie Volkswagen sprangen ab, das von Musk geplante und kurzzeitig eingeführte Abo-Modell ist auf Eis gelegt, rund die Hälfte der Mitarbeiter in den USA wurden bereits entlassen

Twitter löst Beirat zu Hassbotschaften auf

Der Anwalt des Kurznachrichtendienstes sagte gegenüber der Zeitung, dass die Entlassungen in der Kommunikationsabteilung eine Folge von mehreren Umstrukturierungen des Unternehmens unter der neuen Führung seien.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) denkt über seinen Rückzug von der Plattform nach. „Der Bundeskanzler und das Bundespresseamt sehen sich die Entwicklung von Twitter seit der Übernahme durch Elon Musk sehr genau an“, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

US-Medien zufolge löste Twitter zudem ein Gremium auf, das den Kurznachrichtendienst im Umgang mit Hassbotschaften und anderen Problemen auf der Plattform beriet. Mitglieder des sogenannten „Trust and Safety Councils“ sollten sich eigentlich am Montagabend mit Unternehmensvertretern treffen, wie etwa die Nachrichtenagentur AP und das Wall Street Journal berichteten. Kurz davor habe Twitter den Mitgliedern mitgeteilt, dass das Gremium aufgelöst werde.

Der Beirat war 2016 gegründet worden. Mitglieder waren Vertreter der Zivilgesellschaft, etwa von Menschenrechts- und Jugendschutzorganisationen. Ihre Aufgabe war es, das Unternehmen bei der Weiterentwicklung von Produkten und Regeln zu beraten.

Leiter von Gremium wird bedroht

AP zitiert aus einer E-Mail, wonach Twitter nun prüft, wie „Außenansichten“ am besten eingebracht werden können. Der Beirat sei dafür nicht das richtige Mittel. Twitter werde aber schneller als bisher dafür sorgen, dass die Plattform informativ und sicher sei, hieß es in der Mail.

Einem Bericht des US-Senders CNN zufolge musste der ehemalige Leiter des „Trust and Safety Councils“ nun wegen Bedrohungen aus seinem Haus fliehen. Yoel Roth trat im November von seinem Posten zurück und war zuletzt Ziel einiger Hassatacken und Gewaltandrohungen nach der Veröffentlichung der sogenannten „Twitter-Files“