Gas für Winter bleibt knapp: Nord Stream 1 bis April außer Betrieb 

Der Betreiber teilte am Montagabend mit, dass mindestens bis zum 1. April 2023 kein Gas durch die Pipeline fließen wird. 

Blasen und Strudel sind auf der Wasseroberfläche über einem Gasleck in der Ostsee zu sehen
Blasen und Strudel sind auf der Wasseroberfläche über einem Gasleck in der Ostsee zu sehenAFP/Dänisches Militär

Es sieht so aus, als ob in diesem Winter kein Gas mehr durch die Pipeline Nord Stream 1 fließen wird. Wie die Nord Stream AG am Montagabend mitteilte, wird Nord Stream 1 mindestens bis zum 1. April 2023 außer Betrieb bleiben. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters.

Nach Angaben des russischen Gasunternehmens Gazprom wurde Nord Stream 1 am 31. August wegen eines „technischen Problems“ abgeschaltet. Die Bundesnetzagentur äußerte Zweifel an der russischen Begründung. „Die von russischer Seite behaupteten Mängel sind nach Einschätzung der Bundesnetzagentur technisch kein Grund für die Einstellung des Betriebs“, hieß es in einem veröffentlichten Lagebericht zur Gasversorgung. Kritiker vermuten schon länger, dass der Kreml die Gaspipeline als Machtinstrument in seinem Kampf gegen den Westen einsetzen könnte.

Vor zwei Wochen hatte die US-Zeitschrift Wired unter Berufung auf Satellitendaten des Unternehmens SpaceKnow einen Bericht über zwei rätselhafte Schiffe veröffentlicht, die mit ausgeschaltetem Peilsender in der Nähe der Pipelines entdeckt wurden. Demnach fuhren die beiden „dunklen Schiffe“, die jeweils circa 95 bis 130 Meter lang waren, in dem näheren Umkreis der Leckstellen. Des Weiteren versuchten die Schiffe offenbar aktiv, Standortinformationen zu verschleiern, erklärte der Geschäftsführer von SpaceKnow, Jerry Javornicky, dem Magazin.

Bei den Ermittlungen gibt es aber noch immer keinen Durchbruch, was bei Beobachtern mitunter für Verwunderung sorgt. Vor etwa einem Monat hatte der Nord-Stream-Betreiber ein speziell ausgerüstetes Schiff zum Pipelineleck nach Schweden geschickt, um die Schäden genauer zu untersuchen. Zuvor war aus einem Video bereits hervorgegangen, dass mindestens 50 Meter von Nord Stream 1 zerstört oder unter dem Meeresboden begraben wurden. Die in 80 Metern Tiefe gefilmten Aufnahmen zeigten unter anderem große Risse und verbogenes Metall.