Gaskrise: Ehepaar heizt Wohnung mit Holzkohlegrill – Krankenhaus

Aufgrund der explodierenden Stromkosten greift ein Wohnungsbesitzer zu einer fragwürdigen Alternative. Mehrere Menschen erleiden eine Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Ein Rettungswagen fährt mit eingeschaltetem Blaulicht (Symbolbild).
Ein Rettungswagen fährt mit eingeschaltetem Blaulicht (Symbolbild).dpa/Marcel Kusch

Im bayerischen Mühldorf am Inn mussten zwei Menschen mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem der Wohnungsinhaber angesichts der aktuell hohen Energiepreise einen Holzkohlegrill zum Heizen genutzt hatte. Bei beiden bestehe jedoch keine Lebensgefahr, wie die Polizei in Oberbayern am Sonntag mitteilte. Gegen den Wohnungsinhaber werde nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Der 50-jährige Wohnungsbesitzer hatte laut Polizeiangaben gegen 1 Uhr nachts den Notruf gewählt. Er gab an, dass er seine Ehefrau, die über Kopfschmerzen und Schwindelgefühle geklagt hatte, bereits in ein Krankenhaus gebracht habe. Sein Neffe liege jetzt bewusstlos in der Wohnung. Der 34-Jährige wurde nach Eintreffen der Rettungskräfte gleichfalls umgehend in ein Krankenhaus gebracht.

Die Feuerwehr stellte bei ihrer Ankunft eine hohe Kohlenstoffmonoxid-Konzentration fest und fand dessen Quelle schließlich im Wohnzimmer der Wohnung – in Form eines Holzkohlegrills, der mitten im Raum zum Heizen genutzt worden war. Der Wohnungsinhaber habe sein Handeln den Beamten damit erklärt, dass „die Stromrechnung so teuer“ sei. Die Polizei warnte angesichts des Vorfalls davor, Holzkohle- oder Gasgrills in geschlossenen Räumen zu betreiben. Durch die entstehenden Gase herrsche akute Lebensgefahr.