Gaspipeline-Lecks: Polens Ex-Verteidigungsminister macht USA verantwortlich

Ein polnischer Politiker bedankt sich offenbar bei den Vereinigten Staaten für die Schäden an Nord Stream 1 und 2. Hat er geheime Informationen?

Radoslaw Sikorski im Plenarsaal des Europäischen Parlaments.
Radoslaw Sikorski im Plenarsaal des Europäischen Parlaments.imago/Panama Pictures

Polens früherer Verteidigungs- und Außenminister Radosław Tomasz Sikorski macht die USA für die Gas-Lecks von Nord Stream 1 und Nord Stream 2 verantwortlich. Auf Twitter schrieb der polnische Politiker unter ein Foto von einem der drei Gaslecks: „Thank you, USA“ (Danke, USA).

Sikorski war von Ende 2005 bis Anfang 2007 parteiloser Verteidigungsminister von Polen. Von November 2007 bis September 2014 führte er das Außenministerium. Inzwischen ist Sikorski Angeordneter im Europäischen Parlament und Mitglied der liberal-konservativen Platforma Obywatelska (PO).

Sikorski schreibt weiter: „Alle ukrainischen und baltischen Staaten haben sich 20 Jahre lang gegen den Bau von Nordstream ausgesprochen. Jetzt liegen Schrott im Wert von 20 Milliarden Dollar auf dem Meeresgrund, ein weiterer Preis für Russland durch seine kriminelle Entscheidung, in die Ukraine einzumarschieren. Jemand, @MFA_Russia , hat eine spezielle Wartungsoperation durchgeführt.“

Wie gut sind die Netze unter Wasser geschützt?

In der deutschen Bundesregierung herrscht unterdessen nach dem plötzlichen Druckabfall in den Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 die Sorge, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf die europäische Gasinfrastruktur und die Gasmärkte handeln könnte. Einem Medienbericht zufolge werden nun mit hoher Dringlichkeitsstufe die Sicherheitskonzepte anderer Pipelines und Gasversorgungsanlagen überprüft.

Ein ranghoher Bundeswehroffizier sagte dem Spiegel: „Die weltweiten Netze unter Wasser sind für die Energieversorgung, aber auch für die Stabilität des Internets enorm wichtig, trotz ihrer Bedeutung aber sind sie bis heute gegen Angriffe oder Sabotageakte fast überhaupt nicht geschützt.“