Berlin - Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihren Streik am Samstag fortgesetzt. Nach Angaben der Bahn lief der Ersatzverkehr erneut „planmäßig an“, jedoch wiederholte das Unternehmen seinen Ratschlag an Fahrgäste, Reisen wenn möglich zu verschieben. Über das Wochenende will die Bahn 30 Prozent der Züge im Fernverkehr anbieten, an den vergangenen Streiktagen waren es 25 Prozent. Im Nahverkehr sind rund 40 Prozent der Züge unterwegs.

Die Deutsche Bahn hat bis zum Ende der Lokführerstreiks eine Freiminuten-Aktion bei Tausenden Leihrädern angekündigt. Das Angebot gelte für bundesweit 9000 Leihräder in etwa 80 Städten und Regionen, teilte das Unternehmen am Samstagmorgen mit. Demnach ist bei diesen Rädern die erste halbe Stunde dann kostenlos. Unterstützt wird die Aktion von den Städtepartnern der Bahn und den Kommunen.

Die Bahn war mit dem Versuch gescheitert, die bis Dienstag angekündigten Streiks der Lokführergewerkschaft GDL gerichtlich beenden zu lassen. Mit der Fahrradaktion will sie nun unter anderem Pendler ansprechen, die damit den Weg zur Arbeit bestreiten.

Bundesweit bietet die Bahn etwa 16.000 Leihräder an, darunter auch Pedelecs und Lasten-Pedelecs, die allerdings von der Freiminuten-Aktion ausgeschlossen sind. Nach Angaben der Bahn sind bei den großen Leihradsystemen in Hamburg und Lüneburg die ersten 30 Minuten innerhalb des Abos ohnehin frei. Für die restlichen 9000 Räder müssen sich Interessierte demnach bei Call-a-Bike oder RegioRadStuttgart, das ebenfalls zur Call-a-Bike-Gruppe gehört, in der App registrieren. Die Freiminuten werden dann bei jedem Entleihvorgang verrechnet, eine Verpflichtung zum Abo besteht nicht.

Erste Zahlen zur Streikbeteiligung veröffentlicht

Zugleich gab die Bahn Zahlen zur Streikbeteiligung bekannt: Demnach legten seit Beginn der jüngsten Welle am Mittwoch 6057 Lokführer von insgesamt rund 19.700 DB-Triebfahrzeugführerinnen und -führern die Arbeit nieder. Mitarbeitende der Infrastrukturgesellschaften der DB seien hingegen „kaum“ in den Ausstand getreten. In den Bereichen Netz, in der Instandhaltung und an den Bahnhöfen habe die GDL auch zum Arbeitskampf aufgerufen.

Die Aktion der GDL dürfte den Eisenbahnverkehr noch bis Dienstagmorgen empfindlich stören. Die Bahn war am Freitag in zweiter Instanz damit gescheitert, den Streik rechtlich zu stoppen.