Berlin - Nicht nur in Kassel und Berlin haben am Sonnabend zahlreiche Menschen gegen die derzeit geltenden Corona-Maßnahmen protestiert. Auch in anderen Städten Europas fanden Demos statt.

Corona-Demonstration in Amsterdam mit Wasserwerfern aufgelöst

In Amsterdam hat die Polizei am Sonnabend Teilnehmer einer nicht genehmigten Protestkundgebung gegen Corona-Vorschriften mit Wasserwerfern vom zentralen Platz vor dem Reichsmuseum vertrieben. Wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete, wurden rund 1000 Demonstranten am Rand des historischen Grachtenviertels von Einsatzkräften eingekesselt, viele von ihnen wurden dann mit Bussen zu Gegenden am Stadtrand gebracht. Zuvor seien Schutzmasken an sie verteilt worden. Über Festnahmen gab es zunächst keine Angaben.

In den Niederlanden gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Protestaktionen gegen Corona-Maßnahmen, bei denen es teilweise zu gewalttätigen Übergriffen kam. Derweil ist auch in den Niederlanden die Zahl der täglichen Neuinfektionen erneut gestiegen – allein von Freitagmorgen bis Sonnabendmorgen seien 7668 neue Corona-Fälle registriert worden, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Das sei die höchste Zahl an Neuinfektionen innerhalb eines Tages seit Anfang Januar.

Rumänen demonstrieren mit extrem Rechten gegen Corona-Maßnahmen

In Rumäniens Hauptstadt Bukarest sowie fünf weiteren Städten gingen Tausende Menschen ohne Mund-Nasen-Schutz gegen Corona-Beschränkungen auf die Straße. In Bukarest sowie im siebenbürgischen Cluj (Kolozsvar/Klausenburg) gehörten prominente Mitglieder der neuen extrem rechten Parlamentspartei AUR zu den Teilnehmern der Kundgebungen. Häufig sichtbar waren auch religiöse Symbole. Viele christlich-orthodoxe Gläubige sind mit den Einschränkungen für Gottesdienste unzufrieden.

Foto: AP/Vadim Ghirda
Bukarest: Impfgegner demonstrieren vor dem Parlamentsgebäude gegen Corona-Beschränkungen. 

Demonstriert wurde auch im siebenbürgischen Brasov (Kronstadt), in den Städten Constanta und Galati sowie im westrumänischen Timisoara (Temeswar), das zu den größten Infektionsherden des Landes gehört. Die Polizei kündigte an, mit Bußgeldern gegen jene Demonstranten vorzugehen, die die Maskenpflicht und die Abstandsregeln verletzten.

Demos gegen Corona-Maßnahmen in Schweden aufgelöst

In Schweden wurden mehrere Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen von der Polizei aufgelöst. Sowohl in der Hauptstadt Stockholm als auch in Göteborg und Malmö wurden die Proteste am Sonnabend von den Beamten gestoppt, weil dabei gegen die maximal zulässige Teilnehmerzahl für öffentliche Versammlungen verstoßen wurde. Das teilten die Polizeidienststellen der drei größten Städte Schwedens jeweils am Sonnabendnachmittag mit. In Göteborg waren demnach 50 bis 70 Menschen dabei gewesen, in Malmö etwa 200. In Stockholm sprach die Zeitung Aftonbladet von 200 bis 300 Teilnehmern.

Tausende Kroaten demonstrieren gegen „Tyrannei“

Auch Tausende Kroaten protestieren am Sonnabend in fünf Städten gegen die Corona-Beschränkungen. In der Hauptstadt Zagreb sowie in Osijek und in den Adria-Städten Split, Dubrovnik, und Sibenik gingen die Menschen auf die Straße und trugen dabei mehrheitlich keinen Mund-Nasen-Schutz. Unter anderem in Split bezeichneten die Demonstranten die Maskenpflicht als „Tyrannei“.

Foto: AFP/Denis Lovrovic
Corona-Protest in Zagreb 

In Kroatien gilt Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Krankenhäusern sowie im Freien überall dort, wo der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Die Gastronomie in Innenräumen ist geschlossen, unter freiem Himmel ist sie aber erlaubt. Die Inzidenz der Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 steigt in Kroatien nach einer deutlichen Talfahrt in Januar und Februar seit Kurzem wieder leicht an. Am Sonnabend lag sie bei 145,1 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.