„Gegen den Anstand“: Stadt in Süditalien erlässt Bikini-Verbot

Die italienische Strandstadt Sorrent hat ein Bikini-Verbot in den Straßen der Ortschaft erlassen. Bei einem Verstoß drohen Strafen von bis zu 500 Euro.

Hier ist (fast) alles erlaubt, Bikini tragen auf jeden Fall: der Strand von Sorrent an der Amalfi-Küste.
Hier ist (fast) alles erlaubt, Bikini tragen auf jeden Fall: der Strand von Sorrent an der Amalfi-Küste..imago-images.de

Die Anwohner der beliebten Strandstadt Sorrent bei Neapel haben die Schnauze voll von Touristen, die in den Ferien halb nackt durch ihre Stadt laufen. Nun hat Bürgermeister Massimo Coppola auf zahlreiche Beschwerden von Einwohnern und Gewerbetreibenden reagiert und eine entsprechende Verordnung erlassen, die das Herumlaufen in Bikini oder oben ohne untersagt.

Das Verbot gilt nicht am Strand oder am Pool, allerdings gebe es viele Besucher, die sich in Badebekleidung in der Stadt aufhalten, etwa in Cafés oder Lebensmittelläden – dem wolle man jetzt ein Ende setzen.

Knapp bekleidete Urlauber würden bei den Einheimischen „Unwohlsein und Unbehagen“ auslösen, heißt es in der Verordnung des Bürgermeisters. Für die Anwohner würden Bikini- oder Oben-ohne-Touristen beim Spazierengehen durch die Stadt „gegen den Anstand, der das zivilisierte Zusammenleben auszeichnet“, verstoßen. Coppola befürchtet zudem, dass der Ruf seiner Stadt durch zu viel nackte Haut geschädigt werden könnte.

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Noch schärfer formulierte es ein Lokaljournalist gegenüber der britischen Zeitung Daily Mail: Küstenstädte in ganz Italien würden inzwischen „Dantes Inferno“ ähneln, da so viele Touristinnen und Touristen in der Öffentlichkeit mit Badekleidung herumlaufen.

Polizeibeamte sollen in Sorrent nun die neue Kleiderordnung kontrollieren, bei einem Verstoß drohen leicht bekleideten Touristen Strafen von bis zu 500 Euro.

Flip-Flops in Ligurien verboten

Sorrent ist nicht die einzige italienische Stadt, die das Tragen unangemessener Kleidung in diesem Sommer sanktioniert. Es geht dabei nicht nur um Ästhetik, sondern um Sicherheit. Auf den Wanderwegen der Cinque Terre in der Region Ligurien sind Badelatschen und Flip-Flops verboten: Wer dort mit dem falschen Schuhwerk unterwegs ist, muss mit Strafen von 50 bis 2500 Euro rechnen, warnt der Nationalpark der Region Ligurien. Der Grund sind die vielen Verletzungen durch ungeeignete Schuhe. Die Betroffenen müssen oft aufwendig mit Hubschraubern aus dem Park geholt werden.