Berlin -  Die Demonstration „One Billion Rising“ gegen Gewalt an Mädchen und Frauen setzte wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr auf das Internet. Anders als sonst gab es am Sonntagnachmittag keine Live-Tanzperformance am Brandenburger Tor mit Hunderten von Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Stattdessen war der Tanz-Protest aufgezeichnet worden und am Sonntag auf YouTube zu verfolgen – zum Angucken und zum Mitmachen. Rund 50 Tänzerinnen und Tänzer, vor allem aus dem Mädchen- und Jungen-Sportzentrum Centre Talma in Berlin-Wittenau (Reinickendorf) wirkten daran mit.

Quelle: YouTube

Schirmherrin der Kundgebung war die Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kalayci (SPD). Im vergangenen Jahr war sie am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor mit dabei. Diesmal meldete sie sich per Videobotschaft und appellierte daran, nicht wegzuschauen: „Tragen Sie dazu bei, dass keine Frau mit Gewalt alleine bleibt.“ Es sei zu beobachten, dass Gewalt gegen Frauen während der Corona-Pandemie noch zugenommen habe, sagte die Senatorin.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) war ebenfalls in einem Videobeitrag zu sehen. „Gemeinsam sind wir laut. Und gemeinsam sind wir stärker als Gewalt“, sagte sie. „Ich möchte, dass Frauen und Mädchen die Hilfe erhalten, die sie benötigen.“

Nur eine kleine Gruppe am Brandenburger Tor

Am Brandenburger Tor selbst war diesmal nur eine kleine Gruppe aus dem Organisationsteam mit Plakaten vertreten. „Dance to stop the screams“ war darauf etwa zu lesen: „Tanzt, um die Schreie zu beenden.“ Die Sängerin Jocelyn B. Smith interpretierte den Song „Break the chain“ („Brecht die Ketten“) in einer „stillen Version“ am Klavier, zu der die kleine Gruppe zwar nicht tanzte, aber eine Choreografie mit langsamen Bewegungen zeigte.

Die Kampagne „One Billion Rising“ wurde 2012 in New York gegründet, um mit einem jährlichen Aktionstag auf das Thema aufmerksam zu machen. Der Name bezieht sich auf eine Statistik der Vereinten Nationen, nach der ein Drittel aller Frauen und Mädchen – rund eine Milliarde weltweit – Gewalterfahrungen macht. Kundgebungen gibt es immer am 14. Februar inzwischen in Dutzenden Ländern rund um den Globus. Berlin ist seit 2013 mit dabei.