Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie am Dienstag sind in Berlin verschiedene Veranstaltungen geplant. Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo organisiert zwei Kundgebungen am Nollendorfplatz in Schöneberg (13.30 Uhr) und am Boddinplatz (16.00 Uhr) in Neukölln gegen homophobe Gewalt. Rund 100 Menschen sind laut Angaben eines Sprechers bei der Veranstaltung in Schöneberg angemeldet, an der unter anderem der Queer-Beauftragte der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretär Sven Lehmann (Grüne) teilnehmen soll.

Die Opferberatungsstelle Maneo hatte im vergangenen Jahr in Berlin 731 Fälle von Drohungen, Beleidigungen und Angriffen gegen schwule Männer, Transsexuelle und lesbische Frauen registriert. Auch der Lesben- und Schwulenverband Berlin will sich bei einer Kundgebung am Wittenbergplatz (15.00 Uhr) in Schöneberg gegen die Diskriminierung von queeren Menschen positionieren.

Mahnwache gegen geplante Reform des Abstammungsrechts

Bei einer Aktion vor dem Deutschen Bundestag ab 10.00 Uhr plant die Initiative Grundgesetz für Alle, mehr als 10.000 Postkarten an Staatssekretär Lehmann und die Fraktionsvorsitzenden des Bundestages zu übergeben. Die Karten sollen darauf aufmerksam machen, Artikel 3 des Grundgesetzes zur Gleichberechtigung aller Menschen um den „Schutz der sexuellen sowie geschlechtlichen Identität zu ergänzen“, teilte die Organisation mit.

Vor dem Bundesjustizministerium in Mitte organisiert die Initiative Nodoption außerdem um 16.45 Uhr eine Mahnwache gegen eine geplante Reform des Abstammungsrechts, wie eine Sprecherin am Montag erklärte. Die Initiative kritisiert, dass das Abstammungsrecht nach wie vor sogenannte Regenbogenfamilien (Familien mit gleichgeschlechtlichen Partnern) diskriminiere.