Die Clubszene in Berlin hat in der Corona-Pandemie hart zu kämpfen.
Foto: dpa/Jens Büttner

BerlinDie Berliner Clubs wehren sich gegen die vom Senat beschlossene Sperrstunde. Man halte sie für die falsche Maßnahme, um die steigenden Covid-19-Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, schrieb der Dachverband Clubcommission Berlin am Freitag auf Facebook. Die aktuellen Statistiken des RKI zeigten, dass die Infektionsherde der letzten Wochen vornehmlich das private Umfeld betreffen sowie Privatveranstaltungen in Innenräumen.

„Die Sperrstunde könnte die Situation sogar verschärfen, da es bei zeitgleicher Schließung aller Bars, Restaurants und Clubs zu sehr hohen Menschenansammlungen kommen könnte, die sich dann gegebenenfalls in Gruppen an nicht-konzessionierte Orte verlagern“, heißt es von den Clubs. Und weiter: „Ordnungsbehörden werden große Schwierigkeiten haben, die Hygieneregeln in Privatwohnungen oder in den über 2500 Parks und Gärten der Stadt zu kontrollieren.“

Quelle: Facebook

Die Sperrstunde gilt nach Senatsangaben ab Sonnabend um 0 Uhr. Unter anderem Kneipen, Restaurants und Spätis mussten damit am Freitag um Mitternacht schließen – bis zum Samstagmorgen um 6 Uhr. Ab Samstagabend gilt die Sperrstunde bereits ab 23 Uhr. Mehrere Gastronomen beschreiten wegen der neuen Regelung den Rechtsweg: Mit einer Entscheidung zu einem entsprechenden Eilantrag ans Verwaltungsgericht wurde aber erst für kommende Woche gerechnet.

Die Clubcommission schlägt vor, statt der Sperrstunde in den nächsten Tagen Schnelltest-Bereiche vor Clubs einzurichten, in denen die Gäste freiwillig unter Aufsicht von angelerntem medizinischem Personal einen Covid-19-Schnelltest machen können. „Mit der Maßnahme könnten mehrere Tausend Tests pro Abend durchgeführt werden, um Corona-positive Menschen zu identifizieren“, heißt es von der Clubcommission dazu.

Auf Schnelltests ruhen derzeit in vielen Bereichen Hoffnungen, etwa um Besuche in Pflegeheimen weniger riskant zu machen. Die Ergebnisse sind Experten zufolge allerdings nicht ganz so genau wie der bisher verbreitete Labortest.