Berlin - Die Berliner Polizei hat einen jungen Mann für seine Zivilcourage geehrt. Der Berliner hatte bei einem Bankraub im Forum Köpenick im Oktober 2020 einen Geiselnehmer beschwichtigt und ihn anschließend entwaffnet, während vor dem Gebäude über 200 Polizisten in Stellung gingen. Das Social-Media-Team der Ermittlungsbehörde hat am Donnerstag ein Foto von ihrem „Helden“ auf Facebook veröffentlicht. Die Überschrift dazu lautete: „Was dieser Mann geleistet hat, ist kinoreif.“ 

Der bescheidene 22-Jährige, der lieber anonym bleiben möchte, war zum Zeitpunkt des Überfalls gerade in der Postbank. Der alkoholisierte Bankräuber soll eine Angestellte als Geisel genommen und alle anderen Kunden nach draußen geschickt haben. Nach Angaben der Polizei blieben „eine weitere Angestellte und unser Held“ trotz der Aufforderungen des Täters in der Bank. Während der Geiselnahme habe der hoch emotionalisierte Bankräuber seiner Geisel permanent ein Messer an die Kehle gehalten.

Mit viel Überzeugungskraft: Held redete auf Geiselnehmer ein

Obwohl der 22-Jährige und die Angestellte mehrmals die Gelegenheit zur Flucht hatten, blieben sie bei dem Geiselnehmer. Der junge Mann aus Treptow-Köpenick beruhigte ihn, bot sich selbst als Geisel an und konnte den Bankräuber durch reine Überzeugungskraft davon abhalten, die Geisel zu verletzen. Es gelang ihm laut Polizei sogar, ihn zur Aufgabe zu überreden und ihm das Messer zu übergeben.

Aufgrund des mutigen Verhaltens war die Geiselnahme nach etwa drei Stunden beendet. Einsatzkräfte passten einen günstigen Zeitpunkt ab und nahmen den 33-Jährigen Täter fest. „Es ist diesem zivilen Helden zu verdanken, dass niemand in dieser absoluten Ausnahmesituation verletzt wurde“, so die Polizei.

Der 33-Jährige kam daraufhin in Untersuchungshaft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft teile der Berliner Zeitung kurze Zeit später mit, dass der Mann aus Liebeskummer handelte. Er sei aufgrund von Beziehungsproblemen so verzweifelt gewesen, dass er einen sogenannten Suicide by Cop begehen wollte. Er wollte sich also von einem Polizisten töten lassen.