Als der Videoblogger Roman Kondratiev ukrainische Flüchtlinge vor der Kamera zu Deutschland und Berlin befragt und den Film anschließend im Netz hochlädt, denkt er sich nichts Böses. Schon gar nicht, dass sein Video eingekürzt und für die prorussischen Propaganda verwendet wird. Kondratiev, selbst Ukrainer in Deutschland, hatte auch nicht vor, dass die eingekürzte Version in rechten Foren geteilt und von der AfD verbreitet wird. Doch genau so kam es.

In dem 46 Minuten langen Originalvideo freuen sich die befragten Ukrainer, in Deutschland zu sein. Neben Lob fallen vereinzelt kritische Töne von den Menschen, die ihre Heimat verlassen haben. Es geht dabei um lange Behördengänge, deutsche Bürokratie und den Müll auf den Straßen Berlins. Die Kritik wurde als neues, einminütiges Video zusammengefasst und sorgt jetzt im Netz für reichlich Unmut. Titel: „Das ist kein Ort, an dem man leben will.“ (Oben sehen Sie das Original, unten den Zusammenschnitt) 

Die Rechercheure des Nachrichtenportals t-online haben den Fall öffentlich gemacht und herausgefunden, dass eventuell eine regierungstreue Gruppe aus Belarus hinter dem Zusammenschnitt stecken könnte. Möglich ist auch, dass das Video von prorussischen Unterstützern in Deutschland gekürzt wurde. Bekannt hat sich zu der Aktion noch niemand.