Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien
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Rio de JaneiroBrasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich von einem verbündeten Senator distanziert, der bei einer Durchsuchung mutmaßlich veruntreutes Geld in seiner Unterhose versteckt hatte. „In meiner Regierung gibt es keine Korruption“, behauptete Bolsonaro. Senator Chico Rodriguez war bei Ermittlungen zu veruntreuten Corona-Hilfsgeldern von der Polizei durchsucht worden. Er sagt, er sei unschuldig.

Bolsonaro bestritt Presseberichte, wonach er mit Rodriguez befreundet sei. Dieser wurde am Donnerstag seines Amtes enthoben. Zuvor hatte der Bundesgerichtshof über die Amtsenthebung entschieden und festgelegt, dass die Aufnahmen von der Durchsuchung nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürften. Auch wenn Rodriguez' Schuld bewiesen werde, müsse man ihn vor „unnötiger öffentlicher Demütigung“ schützen, so das Gericht. 

Die Polizei hatte bei Rodriguez Bargeld im Wert von umgerechnet 4500 Euro gefunden. Einen Teil des Geldes habe der ehemalige Senator in seiner Unterhose und „zwischen den Pobacken“ versteckt, berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf die Polizei. Zu Bolsonaros Wahlversprechen gehörte ein hartes Vorgehen gegen Korruption. Seit seinem Amtsantritt im Januar 2019 gab es jedoch zahlreiche Korruptionsskandale in seinem Umfeld.