Geldforderung an DDR-Innenminister: Gericht fordert Bilanz

Im Zivilprozess um Geldforderungen gegen den letzten DDR-Innenminister und Anwalt Peter-Michael Diestel hat das Landgericht Neubrandenburg eine Teilentscheid...

ARCHIV - Peter-Michael Diestel, letzter Innenminister der DDR und Anwalt.  dpa/Archivbild
ARCHIV - Peter-Michael Diestel, letzter Innenminister der DDR und Anwalt. dpa/ArchivbildBernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/

Neubrandenburg/Potsdam-Im Zivilprozess um Geldforderungen gegen den letzten DDR-Innenminister und Anwalt Peter-Michael Diestel hat das Landgericht Neubrandenburg eine Teilentscheidung gefällt. Wie ein Gerichtssprecher am Montag sagte, soll der beklagte Diestel eine Bilanz vorlegen. Diese soll eine genaue Aufstellung zur damaligen Gemeinschaftskanzlei in Potsdam bis zum Ausscheiden des Klägers - des Anwaltes Mario Genth - im Jahr 2017 enthalten. Anhand der Bilanz will das Landgericht den seit 2018 laufenden Rechtsstreit entscheiden. Damit kann der Prozess frühestens 2023 abgeschlossen werden.

Der aus der Region Potsdam stammende Genth fordert noch 280.000 Euro von dem 70-jährigen Ex-DDR-Innenminister. Er habe nach seinem Ausscheiden kein Geld für seine ehemaligen Anteile bekommen, hatte der Kläger erklärt. Diestel bestritt das vor dem Landgericht mehrfach. Er habe selbst keine Verträge dieser Art mit dem Kläger geschlossen. Diestel hatte die Kanzlei in Potsdam 2017 aufgelöst und arbeitet seither von Zislow (Mecklenburgische Seenplatte) aus.

Er war in der letzten DDR-Regierung von April bis Oktober 1990 Innenminister. In einem weiteren Zivilverfahren am Landgericht Neubrandenburg hatten sich ein anderer Klägeranwalt und Diestel auf einen Vergleich geeinigt.