Eine Sonderregel für Politiker sorgt für Unverständnis. Wer sich mit dem Corona-Virus infiziert hat, gilt nur noch für drei Monate als genesen. Im Plenarsaal des Deutschen Bundestages gilt der Genesenenstatus hingegen auch weiterhin sechs Monate. Darüber berichtete zunächst Zeit-Online. Ein Parlamentssprecher sagte dem Nachrichtenportal, dass die Allgemeinverfügung, die die Corona-Regeln im Bundestag festlegt, auf die COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung verweise. In dem Bericht heißt es: „Zum Zeitpunkt des Erlasses der Allgemeinverfügung sah diese den Zeitraum von 28 Tagen bis sechs Monate nach Infektion vor, der weiterhin gilt.“ 

Der Bundestag hatte am 13. Januar beschlossen, die Entscheidung über den Genesenenstatus dem Robert Koch-Institut (RKI) zu überlassen. Einen Tag später verkürzte das RKI die Gültigkeit des Genesenenstatus im Alleingang und ohne Vorankündigung von sechs Monaten auf drei Monate. Sämtliche Ministerpräsidenten wurden überrascht, Millionen Bürger verlorene über Nacht den Status als Genesener. Sowohl geimpfte als auch ungeimpfte Bürger verloren das Recht, ins Restaurant gehen oder ohne Corona-Test Bus und Bahn benutzen zu dürfen. Seitdem steht Gesundheitsminister Karl Lauterbach massiv in der Kritik.

Ob und wann die Allgemeinverfügung, die im Bundestag eine Sonderregel ermöglicht, angepasst wird, ist nicht klar. Gegenüber der Bild-Zeitung hieß es am Dienstag, es werde „fortlaufend analysiert, ob Änderungen der Allgemeinverfügung angezeigt sind“.