Der als „Hotel Ruanda“-Held bekannte ruandische Regierungskritiker Paul Rusesabagina bleibt in Haft. Ein ruandisches Berufungsgericht bestätigte am Montag eine Verurteilung wegen Terrorismus aus dem vergangenen Jahr, wie der staatliche Rundfunk RBC berichtete. Der 67-Jährige war im September unter anderem wegen finanzieller Unterstützung für terroristische Aktivitäten zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Menschenrechtler zweifelten an der Fairness des Prozesses.

Das Berufungsgericht wies einen Antrag auf eine Strafmilderung am Montag ab. Die Haftstrafe sei angemessen für die Schwere der Verbrechen, erklärte der Richter, François Regis Rukundakuvuga, Medienberichten zufolge. Das Gericht hatte es im vergangenen Jahr als erwiesen angesehen, dass Rusesabagina eine bewaffnete Gruppe unterstützt hat, die 2018 und 2019 in Ruanda mehrere Zivilisten getötet hatte. Rusesabaginas Anwälte bestritten die Anschuldigungen und erklärten, der Prozess sein ein Vorwand, um einen bekannten Kritiker von Präsident Paul Kagame einzusperren. Internationale Prozessbeobachter hatten mehrere Verfahrensfehler kritisiert.

Vorlage für den Hollywood-Film „Hotel Ruanda“

Rusesabagina, ein Hutu, erlangte weltweite Bekanntheit, weil er als Manager während des Völkermords 1994 Hunderten Tutsi in seinem Hotel Unterschlupf gewährt haben soll. Die Geschehnisse dienten im Jahr 2004 als Vorlage für den Hollywood-Film „Hotel Ruanda“. Bei dem Völkermord in Ruanda töteten Extremisten der Hutu-Mehrheit zwischen April und Juli 1994 rund 800.000 Angehörige der Tutsi-Minderheit und moderate Hutu. Rusesabagina ist ein scharfer Kritiker von Präsident Kagame und lebte bis zu seiner Festnahme im Exil. Er war im August 2020 festgenommen worden. Seine Familie erklärte, er sei in Dubai entführt worden, laut den Behörden wurde er hingegen bei seiner Einreise nach Ruanda inhaftiert.