Um den offiziellen Status eines Genesenen zu erhalten, ist ein positiver PCR-Test zwingend notwendig. Ein später gemachter Antikörper-Test reicht nicht aus. Das hat das Verwaltungsgericht Würzburg entschieden. Geklagt hatte ein ungeimpfter Mann. Er hatte sich im April 2021 mit dem Virus infiziert. Anschließend habe er auch entsprechende Symptome gehabt. Zwar wurde kein PCR-Test durchgeführt. Im September 2021 ergab ein Antikörper- und T-Zellen-Test jedoch, dass der Mann über Antikörper gegen das Coronavirus verfügt.

Der ungeimpfte Antragsteller beantragte beim zuständigen örtlichen Landratsamt daher die Ausstellung eines Genesenennachweises. Das Landratsamt lehnte den Antrag ab, daraufhin zog der Mann vor Gericht. Der Ausschluss Genesener ohne PCR-Nachweis sei gleichheitswidrig, so die Argumentation. Die Befristung des Genesenenstatus auf den Zeitraum von sechs Monaten sei wissenschaftlich mittlerweile überholt.

Das Verwaltungsgericht Würzburg (VG Würzburg, Beschluss v. 21.12.2021 – W 8 E 21.1606) erklärte den Antrag zwar als zulässig, lehnte ihn jedoch als „unbegründet“ ab. Eine Ungleichbehandlung sei „gerechtfertigt, weil sie verhältnismäßig“ sei. Sie sei insbesondere angemessen, weil es sich bei dem „weitgehenden Ausschluss des Antragstellers vom öffentlichen Leben um temporäre Ge- und Verbote“ handele und er sich diesen „selbst durch eine Schutzimpfung entziehen“ könne. Eine Impfung sei aufgrund der bestehenden Impfempfehlung für Genesene im Alter des Antragstellers „auch nicht unzumutbar“.

In dem Beschluss heißt es weiter, dass „die Schutzverpflichtung des Staates vor der auf Grund der Corona-Pandemie zu befürchtenden weiteren Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfällen, mithin der Gefährdung von Leib und Leben der Bevölkerung, der zu erwartenden und teils bereits eingetretenen, extremen Be- und Überlastung des Gesundheitssystems sowie der kritischen Infrastruktur“ zu berücksichtigen sei. Hinter diesen „hochrangigen Rechtsgütern der Allgemeinheit“ müssten „die Grundrechte des Antragstellers in der derzeitigen Phase der Pandemie zurücktreten“.

„Begrenzte und uneinheitliche Datenlage zur Schutzdauer“

Das Gericht verwies zudem auf eine Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI). Demnach hält die Schutzwirkung einer überstandenen Sars-CoV-2-Infektion zwar für mindestens sechs Monate an. Für längere Zeiträume seien die Erkenntnisse aber noch unklar. Laut RKI gibt es „aufgrund der begrenzten und uneinheitlichen Datenlage zur Schutzdauer von Personen nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion weiterhin keine ausreichenden Hinweise für einen sicheren Schutz vor einer Reinfektion nach mehr als sechs Monaten“, heißt es in dem Gerichtsbeschluss.

Zudem lasse ein serologischer Nachweis von Sars-CoV-2-spezifischen Antikörpern keine eindeutige Aussage zur Infektiosität oder zum Immunstatus zu.  Die „verfügten Ge- und Verbote für seit länger als sechs Monate Genesene“ seien zudem „geeignet, das mit ihnen verfolgte Ziel zu erreichen“, so das Gericht. Durch die „entsprechenden Regelungen wird die Zahl der Kontakte zu Dritten, die für die Verbreitung des Virus maßgeblich sind, reduziert“.