Hamburg - „Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune, ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Egal ob Jung oder Alt: Viele Deutsche kennen diesen Refrain. Nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg verletzt der deutsche Text des Liedes „Hey, Pippi Langstrumpf“ jedoch das Urheberrecht. Die Erben der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren (1907–2002) hatten geklagt. Nun müssen sie an der Verwertung des Liedtextes beteiligt werden, erklärte die Zivilkammer am Mittwoch. 

Lindgren habe es 1969 ausdrücklich abgelehnt, dass sich der Verfasser der deutschen Textversion, Wolfgang Franke, als alleiniger Autor nenne. Die Münchener Filmkunst-Musikverlags- und Produktionsgesellschaft und Frankes Witwe dürfen den Text nicht weiter verbreiten, wenn das Urteil vollstreckt wird. Ferner müssen sie Auskunft über die Einnahmen seit 2007 erteilen und den Lindgren-Erben Schadenersatz für die entgangene Beteiligung zahlen.

Richter: Das ist ja fast schon deutsches Kulturgut 

Das Ende für das deutsche Lied bedeutet das aber wohl nicht. Alle Prozessbeteiligten seien sich aber einig, dass es sehr schade wäre, wenn der Liedtext nicht mehr verbreitet werden könnte, betonte Richter Benjamin Korte. „Wir werden alles daran setzen, dass das nicht passiert“, versicherte Rechtsanwalt Ralph Oliver Graef, der die Lindgren-Erbengesellschaft vertritt. „Das ist ja eine Ikone, fast schon deutsches Kulturgut“, sagte er über Pippi Langstrumpf.