WiesbadenDie Strafgerichte in Deutschland haben im vergangenen Jahr rund 728.900 Personen rechtskräftig verurteilt. Das bedeutete einen Anstieg um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit sei erstmals seit Jahren bundesweit ein Anstieg verzeichnet worden – die entsprechende Statistik wird seit dem Jahr 2007 geführt. 

Bei weiteren rund 162.900 Personen endete das Strafverfahren im Jahr 2019 nicht mit einem Urteil, sondern einem Freispruch oder einer Verfahrenseinstellung. Hier betrug der Anstieg den Angaben zufolge knapp vier Prozent. Mit knapp 78 Prozent endeten die meisten Verfahren mit einer Geldstrafe.

Eine Freiheitsstrafe oder einen Strafarrest verhängten die Gerichte in rund 14 Prozent der Fälle. Hinzu kamen Sanktionen aus dem Jugendstrafrecht wie Jugendarrest oder Erziehungsmaßnahmen. Verurteilt werden kann nach deutschem Strafrecht nur, wer zur Tatzeit 14 Jahre oder älter und damit strafmündig war.

Den meisten Verurteilungen bezogen sich wie in den Vorjahren auf Eigentums- und Vermögensdelikte wie Diebstahl und Betrug. Sie machten rund 40 Prozent der Fälle aus. Ihre Zahl sank um rund zwei Prozent. Mehr als jedes fünfte Urteil betraf ein Verkehrsdelikt, hier gab es einen Anstieg von 5,5 Prozent. In die Kategorie fallen etwa verbotene Autorennen, von denen 364 bestraft wurden.