Obdachlose in Berlin überfahren: Täter erhält Bewährungsstrafe

Der Beschuldigte hatte sich nach einem Streit mit seiner Freundin betrunken ans Steuer gesetzt. Am Bahnhof Zoo verursachte er einen Autounfall mit drei Schwerverletzten.

26. Juli 2020: Polizisten sichern am Unfallort vor dem Bahnhof Zoo Beweismittel.
26. Juli 2020: Polizisten sichern am Unfallort vor dem Bahnhof Zoo Beweismittel.Eric Richard

Nach einem Autounfall am Berliner Bahnhof Zoo, bei dem drei obdachlose Männer schwer verletzt wurden, ist der Verursacher zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den 26-Jährigen am Dienstag der vorsätzlichen Gefährdung des Straßenverkehrs, der fahrlässigen Körperverletzung sowie des Fahrens ohne Fahrerlaubnis schuldig.

Der Führerschein des Mannes wird für zwei Jahre gesperrt. Dem 26-Jährigen wurde zudem auferlegt, 3600 Euro an einen der Verletzten zu zahlen sowie 100 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. Außerdem soll er für drei Jahre einem Bewährungshelfer unterstellt werden.

Drei Obdachlose in Berlin überfahren: Ein Opfer verliert ein Bein

Nach einem Streit mit seiner damaligen Freundin habe sich der Angeklagte am Morgen des 26. Juli 2020 alkoholisiert und wütend ans Steuer eines Geländewagens gesetzt, so das Gericht. Mit nicht angepasster Geschwindigkeit sei er auf die Kreuzung Joachimsthaler Straße/Hardenbergstraße gefahren, habe die Kontrolle über das Auto verloren und sei in den Gehwegbereich mit drei obdachlosen Männern geraten, die schliefen. Eines der Opfer verlor ein Bein.

Der Angeklagte hatte erklärt, es tue ihm sehr leid. Zwei Jahre Haft auf Bewährung forderte der Staatsanwalt. Der Verteidiger beantragte drei Monate auf Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.