Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Edinburgh ist ein erstaunlicher Durchbruch gelungen. In einer Studie konnten sie belegen, dass sich das Risiko für einen Herzinfarkt bis zu fünf Jahre im Voraus vorhersagen lässt. Die einzig nötige Untersuchung sei das nicht-invasive Begutachten der Netzhaut im Auge. In Kombination mit demografischen Angaben ermögliche dies eine relativ präzise Risikoeinschätzung, wie N24 berichtet.

Für die wissenschaftliche Studie verwendete das Forschungsteam Daten aus der UK Biobank. Diese enthält 500.000 medizinische Daten inklusive Angaben über den Lebensstil der Teilnehmenden. Daraus wurde die individuelle Risikovorhersage für einen Herzinfarkt berechnet. Anschließend kombinierten die Forscher dieses Maß in einem Modell mit Faktoren wie Alter, Geschlecht, Blutdruck, Body-Mass-Index und Raucherstatus.

Jede Krankheit könnte einzigartiges Profil auf Netzhaut erzeugen

Das Muster der Blutgefäße in der Netzhaut ermöglichte es den Forschenden demnach, mit den erwähnten herkömmlichen klinischen Faktoren das Herzinfarktrisiko der Teilnehmenden bis zu fünf Jahre im Voraus zu ermitteln. Die Forscher glauben, dass jede Erkrankung ein einzigartiges Profil der Netzhaut aufweisen könnte. Sie vermuten, dass ihre Ergebnisse nun auch bei der Feststellung der Neigung zu anderen Krankheiten nützlich sein könnten.

In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 300.000 Menschen einen Herzinfarkt, mehr als 40.000 sterben daran.