BerlinDie Berliner Gesundheitsämter scheitern laut einem Bericht an der Corona-Kontaktnachverfolgung. In 94 Prozent der Fälle ließe sich aktuell keine klare Infektionsquelle benennen, erklärte die Senatsgesundheitsverwaltung gegenüber dem RBB. Damit fällt die Kontaktnachverfolgung als Mittel zur Eindämmung der Pandemie derzeit in Berlin weitgehend weg.

Grund ist die zu hohe Belastung der Gesundheitsämter. Bereits im Oktober konnten in 82 Prozent der Fälle keine Infektionsquellen mehr benannt werden, schreibt der RBB.

Der Grenzwert, ab dem die Bundesregierung es noch für möglich hält, dass die Gesundheitsämter Kontakte nachverfolgen, liegt bundesweit bei 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Der Berliner Senat setzte seinen Grenzwert niedriger: auf 30 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Berlin liegt allerdings seit Wochen über diesem Wert. Aktuell liegt diese 7-Tage-Inzidenz in der Hauptstadt bei 189,2, in sechs Bezirken sogar über 200.