Eine Erstklässlerin trägt nach ihrer Einschulungsfeier eine Schultüte nach Hause.
Foto: Ralf Hirschberger/zb/dpa

BerlinDie meisten Erstklässler sind in diesem Schuljahr ohne die eigentlich obligatorische Schuleingangsuntersuchung in die Schule gekommen. Grund dafür ist nach Angaben des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD) eine Überlastung  der Gesundheitsämter in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

„Die meisten haben es nicht geschafft, die Schuleingangsuntersuchungen durchzuführen“, sagte Ute Teichert, Vorsitzende des BVÖGD, im Interview mit den Fernsehsendern RTL und ntv. Nur in ganz wenigen Bundesländern sei „zumindest versucht“ worden, die Untersuchungen in der Lockerungsphase nachzuholen.

In den Schuleingangsuntersuchungen beurteilen Ärzte der Gesundheitsämter, ob ein Kind die körperlichen und sozialen Voraussetzungen erfüllt, um im Schulalltag bestehen zu können. Bemerken die Ärzte hier einen Förderbedarf, melden sie das im Regelfall den jeweils zuständigen Schulen.

Die Lehrer müssten „nun sehen, wie sie im Unterricht mit eventuellen Defiziten der Erstklässler umgehen“, sagte Teichert weite. Die Gesundheitsämter würden die ausgefallenen Untersuchungen kaum aufholen können, auch weil sie nun mit den Reiserückkehrern beschäftigt seien.