BerlinAn Berlins Krankenhäusern muss nach Angaben von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci weiterhin nicht entschieden werden, welcher Corona-Patient auf Intensivstationen beatmet werden kann und welcher nicht. „In Berlin reichen die Kapazitäten für die Versorgung der Covid-19-Patienten aus“, erklärte die SPD-Politikerin am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Bereits nach der Senatssitzung am Dienstag hatte Kalayci die Lage in Berliner Krankenhäusern wegen einer Vielzahl von Corona-Infizierten als „sehr angespannt“ beschrieben. Indes: „Wir haben noch über 200 Intensivbetten, die frei sind, und auch über 2000 Normalbetten.“ Fakt sei aber auch, dass die Personalsituation an Kliniken angespannter werde, weil auch Mitarbeiter sich mit dem Virus anstecken oder als Kontaktpersonen von Infizierten zeitweise in Quarantäne müssen.

Ein Klinikum im sächsischen Zittau prüft Berichte zu einer möglichen Triage bei Corona-Patienten. Triage kann grob gesagt bedeuten, dass Ärzte bei knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen, und dabei auch mögliche Überlebenschancen der Betreffenden abwägen. Der ärztliche Direktor der Klinik soll sich in einem Patientenforum und gegenüber Medien entsprechend geäußert haben.

Kalayci verwies in dem Zusammenhang auf Verabredungen, nach denen sich Kliniken bei Überlastung einzelner Häuser gegenseitig helfen. „Wenn Patienten verlegt würden, dann ist hierfür insbesondere das ‚Kleeblatt-Konzept‘ vorgesehen, nachdem über Bundesländergrenzen hinweg verlegt werden kann“, so die Senatorin.

Momentan stellen Corona-Infizierte 28 Prozent aller Patienten auf Berlins Intensivstationen. Die Politik hofft, mit dem seit Mittwoch geltenden harten Lockdown die hohen Infektionszahlen und den wachsenden Druck auf das Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen.