Berlin - Die Gewerkschaft GEW hat dem Berliner Senat vorgeworfen, die Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas nicht genug zu unterstützen. Sie müssten überwiegend ohne Masken und Mindestabstände arbeiten und seien einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt, kritisierte die Vorsitzende der GEW Berlin, Doreen Siebernik, am Dienstag. „Sie kommen an ihre Grenzen. Tag für Tag.“ 

Es sei außerdem unhaltbar, dass die Kitas entscheiden sollten, welche Familien während des am Mittwoch beginnenden Lockdowns einen Anspruch auf Notbetreuung hätten, sagte Siebernik. Schon während des ersten Lockdowns hätten unklare Regelungen zu Rangeleien an den Kita-Türen geführt.

Bildungsverwaltung weist Kritik zurück: Es gab ausreichend finanzielle Hilfen 

Eine Sprecherin der Bildungsverwaltung teilte am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, das Land Berlin habe für den Gesundheitsschutz des Kita-Personals bereits erhebliche zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt. Dazu zählten rund 2,5 Millionen Euro für die Träger, um Schutzmaßnahmen zu finanzieren und mehr als 400.000 Euro für CO2-Messgeräte für die Kitas. „Außerdem wurden Teststellen für Personen ohne Symptome eingerichtet, und nun können auch die mobilen Teststellen von Kita-Beschäftigten in Anspruch genommen werden“, so die Sprecherin.

Das Vorgehen für die Notversorgung entspreche außerdem dem Wunsch der Kita-Träger. Die Erfahrungen aus der Lockdown-Phase hätten dazu geführt, dieses Mal bewusst auf die Liste der systemrelevanten Berufe zu verzichten, mit der im Frühjahr festgelegt wurde, welche Kinder Anspruch auf Betreuung hatten. „Dieses Verfahren hat sich im Kita-Bereich - anders als im Schulbereich - nicht bewährt.“

Damals seien bis zu 65 Prozent der Kinder in den Kitas gewesen. Nun will der Senat diesen Kreis auf diejenigen begrenzen, die eine Betreuung unbedingt benötigen. Dafür sei eine flexible Herangehensweise erforderlich, die den konkreten Bedarf im Einzelfall berücksichtige, so die Sprecherin.