Berlin - Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey bestehende Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern „sichtbar gemacht und auch verstärkt“. „Die Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen ist nach wie vor ungleich verteilt“, sagte die SPD-Politikerin dem Berliner Tagesspiegel vor dem Frauentag am 8. März. Frauen würden weiterhin „die meiste familiäre Sorgearbeit“ übernehmen. Allerdings würden Väter hier aufholen.

Giffey widersprach aber der Behauptung, wonach die Corona-Pandemie Frauen um Jahrzehnte zurückwerfe. „Diese Befürchtung ist in der Dimension übertrieben“, sagte die Ministerin. Corona werde den gesellschaftlichen Wandel nicht ungeschehen machen. Deshalb würden Frauen und Männer auch nach einer Eindämmung der Pandemie „immer noch im 21. Jahrhundert leben“.

Giffey will sich am Freitag (10.30 Uhr) in Berlin zur Gleichstellungspolitik anlässlich des Internationalen Frauentags äußern. Auch im Bundestag ist zu dem Thema eine Debatte geplant.