Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey plädiert für sogenannte Modulwohnungen, um schnell Flüchtlinge aus der Ukraine unterzubringen. Pläne aus den Jahren 2015 und 2016 würden wieder auf den Tisch geholt, wenn Bundestag und Bundesrat Änderungen im Baurecht beschlössen, sagte die SPD-Politikerin in einem am Dienstag veröffentlichten Interview des RBB. Von 60 damaligen Vorhaben seien 27 verwirklicht worden, 33 seien also noch offen.

„Meiner Meinung nach müssen wir diese Modulbauweise realisieren“, sagte Giffey. „Wir können sie zunächst für die Unterbringung von Geflüchteten nutzen; perspektivisch sind das alles Wohnungen für Auszubildende oder Studierende. Wir brauchen diese Orte dringend.“ Modulbauweise heißt, dass vorgefertigte Einheiten auf der Baustelle zu Wohnungen zusammengefügt werden. Das beschleunigt den Bau.

Giffey: Haben „schwere Situationen, die wir nicht planen konnten“

Giffey zog in dem Interview, das am Dienstagabend ausgestrahlt werden soll, eine positive Bilanz der ersten 100 Tage ihres rot-grün-roten Senats. „Wir haben jetzt mehrere schwere Situationen, die wir nicht planen konnten“, sagte sie. Trotzdem sei auch das eigentliche Regierungsprogramm vorangekommen. „Und wir können sagen, dass wir nahezu 100 Prozent, also weit über 90 Prozent der Vorhaben auch geschafft haben. Das ist unter den Bedingungen von Krisenbewältigung nebenbei schon ein sehr gutes Ergebnis.“

Sie denke häufiger an ihre Zeit im Kabinett der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück, sagte die frühere Familienministerin. Ihre Erfahrungen mit der CDU-Politikerin beschrieb Giffey so: „Und sie hat ja diesen Ausspruch geprägt, wenn irgendetwas besser würde, wenn ich mich darüber aufrege, dann würde ich mich jetzt aufregen. Aber es wird ja nicht besser, sondern man muss die Sache ruhig angehen und mit einem gesunden Pragmatismus.“