Leipzig - Die Lederjacke, die Gil Ofarim an dem Tag trug, an dem es den mutmaßlich antisemitischen Vorfall im Leipziger „Westin“ gegeben haben soll, ist nun offenbar Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Wie Bild am Montag berichtet, soll ein Beamter der Kriminalpolizei die 400 Euro teure Jacke angezogen haben. Auch ein Schmuckstück – einen Davidstern –  soll der Ermittler getragen haben. Allerdings nicht den, den Ofarim am Abend des 4. Oktobers trug, heißt es.

Ofarim hatte in einem Instagram-Video behauptet, dass ein Mitarbeiter des Hotels ihn aufgefordert habe, seine Kette, die als sein Markenzeichen gilt, einzupacken. Die Videoüberwachung soll jedoch ergeben haben, dass die Kette gar nicht zu sehen war. Später gab Ofarim an, die Kette sei womöglich unter die Jacke gerutscht. Der 39-Jährige sagt, er könne verstehen, dass es in den Überwachungsvideos so aussehe, als habe er ihn nicht getragen, doch beteuert: „Ich habe ihn immer angehabt“, so der 39-Jährige im Oktober gegenüber Bild. 

Nun prüfen die Ermittler, ob der Stern tatsächlich verrutscht sein kann – beispielsweise durch Gestikulieren. Die Oberstaatsanwaltschaft erklärte aber laut Bild, dass ein Sachverständigengutachten bislang nicht vorliege. Ein internes Gutachten hatte zuvor offenbar den von Ofarim Beschuldigten entlastet. Der Musiker wandte sich unterdessen an Neujahr an seine Follower auf Instagram: „Aus Respekt vor allen Beteiligten werde ich dies auch weiterhin tun bis die unabhängigen Ermittlungen der Kripo Leipzig abgeschlossen sind und etwas mehr klarheit herrscht.“