Berlin - Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Berlin für und gegen Abtreibungen demonstriert. Die Teilnehmerzahlen bei dem jährlichen „Marsch für das Leben“ im Zentrum der Bundeshauptstadt lagen am Nachmittag im oberen vierstelligen Bereich, wie ein Polizeisprecher sagte. Bei der Gegendemonstration rund um das Brandenburger Tor habe man Teilnehmerzahlen im unteren vierstelligen Bereich gezählt.

Nach den Angaben kam es zu keinen Übergriffen zwischen den verschiedenen Lagern. Ein Vertreter der Deutschen Journalistinnen- und Journalistenunion berichtete auf Twitter von einem Angriff auf einen Pressevertreter, den die Polizei auf Nachfrage allerdings nicht bestätigen konnte.

dpa/Paul Zinken
Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Gegendemonstration stehen mit Plakaten auf dem Pariser Platz. Sie forderten unter anderem die Abschaffung des § 218. 

Zum „Marsch für das Leben“ hatte unter anderem die Deutsche Bischofskonferenz aufgerufen. Sie kritisierte das EU-Parlament dafür, den Zugang zu Abtreibungen als Menschenrecht bezeichnet zu haben. An der Gegendemonstration nahmen unter anderem feministische Bündnisse teil.

„Querdenker“ blockieren Verkehr in Wedding

Mindestens 100 Menschen haben laut Polizei am Samstagmittag den Verkehr im Norden Berlins blockiert. Die Polizei ordnete diese der „Querdenker“-Szene zu, wie ein Sprecher sagte. Einzelne Gruppen aus der „Querdenker“-Szene seien auf der Müllerstraße im Wedding unterwegs. Die Zahl der Teilnehmer soll sich im unteren dreistelligen Bereich bewegen, eine Anmeldung der Demonstration liegt nach den Angaben nicht vor. Polizisten seien dabei, die Gruppen anzuhalten und Platzverweise auszusprechen, sagte der Polizeisprecher am frühen Samstagnachmittag.

Kaum Zulauf bei „Give peace a dance“

An der Demonstration im Rahmen des Weltfriedenstags haben in Berlin deutlich weniger Menschen als geplant teilgenommen. Man habe bisher nicht mehr als 50 Teilnehmer gezählt, sagte ein Polizeisprecher am Samstagnachmittag. Eigentlich hatten die Veranstalter von „Give peace a dance“ mit bis zu 15.000 Menschen gerechnet, die ab 14 Uhr mit Musiktrucks vom Brandenburger Tor zur Siegessäule ziehen sollten. Ob der Demonstrationszug durch das verregnete Berlin trotzdem wie geplant stattfinden soll, bleibe aber den Veranstaltern überlassen.

dpa/Annette Riedl
Im Rahmen des World Peace Day findet ein tanzender Umzug mit Elektromusik unter dem Motto „Give peace a dance“ statt.