Warnung vor Katastrophen: Neuer Super-Satellit ins Weltall gestartet

Der Wettersatellit MTG-I1 kann nicht nur Unwetter schneller und besser erkennen, sondern auch Blitze, Nebel und Waldbrände erfassen. 

Der Bau des MTG-I1 dauerte zwölf Jahre und kostete mehrere Milliarden Euro. 
Der Bau des MTG-I1 dauerte zwölf Jahre und kostete mehrere Milliarden Euro. Thales Alenia Space

Schwere Unwetter besser erkennen und voraussagen - dabei soll der neue Wettersatellit „Meteosat Third Generation Imager-1“ (MTG-I1) helfen. Am Dienstagabend startete der Satellit an Bord einer Ariane-5-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana aus ins All, wie der Raketenbetreiber Arianespace mitteilte.

Der Satellit bietet eine höhere Auflösung und aktualisiert seine Aufnahmen häufiger als seine Vorgänger. Den nationalen Wetterdiensten sollen so bessere Daten für die Vorhersage zur Verfügung gestellt werden - gerade für schnell aufziehende und sich schnell verändernde Wetterlagen. Der Deutsche Wetterdienst erwartet einen wichtigen Beitrag für den Katastrophenschutz.

„MTG-I1“ soll für Europa Blitze erfassen

Gewitterwolken sollen anhand der Satelliten-Daten deutlicher erkannt und ihre Lebensdauer besser abgeschätzt werden können. Außerdem sollen die Vorhersagen auf einen kleineren Raum begrenzt werden können. Erstmals sollen mit „MTG-I1“ zudem über einen Satelliten für Europa Blitze erfasst werden. Die Daten ermöglichen den Angaben zufolge auch, Nebel und Waldbrände automatisch zu erkennen.

„Für uns wird dieser Start wirklich eine aufregende neue Epoche einleiten“, sagte Alexander Schmid vom europäischen Wettersatelliten-Betreiber Eumetsat. „MTG-I1“ gehöre zu einer neuen Generation von Wettersatelliten, die ein echter Meilenstein seien. Zu der Reihe gehören neben weiteren Imager-Satelliten mit abbildenden Instrumenten auch sogenannte Sounder-Satelliten - Satelliten mit spektroskopischen Instrumenten. Ein erster davon soll 2024 ins All gebracht werden.

Bis der nun gelaunchte Satellit, entwickelt von der europäischen Raumfahrtbehörde Esa im Auftrag von Eumetsat, erste Daten an die Wetterdienste liefert, dürfte noch etwas Zeit vergehen: Eumetsat geht davon aus, dass es etwa ein Jahr dauern wird, bis der Satellit im Orbit ausreichend getestet und eingestellt ist.