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LeverkusenBayer hat sich in Rechtskonflikten mit US-Klägern wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter auf einen Vergleich geeinigt. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern rechnet laut Mitteilung vom Mittwoch damit, zur Beilegung aktueller und möglicher künftiger Fälle 9,1 Milliarden bis 9,8 Milliarden Euro zu zahlen. 

Hintergrund sind Klagen von Nutzern des umstrittenen Unkrautvernichters Roundup, die das glyphosathaltige Mittel für ihre Krebserkrankung verantwortlich machen. Die Zahl lag zuletzt bei mehr als 50.000. In mehreren Prozessen sprachen US-Gerichte Klägern in erster Instanz hohe Entschädigungszahlungen zu. Bayer beteuert stets, das glyphosathaltige Mittel bei sachgerechter Anwendung sicher seien.

Im US-Bundesstaat Kalifornien erzielte der deutsche Pharmariese laut der Nachrichtenagentur AFP nun einen juristischen Erfolg: Ein Bundesrichter untersagte den kalifornischen Behörden, einen Krebs-Warnhinweis auf Roundup-Behältern zu verlangen. In seiner Urteilsbegründung schrieb Richter William Shubb, es gebe keine ausreichenden Belege dafür, dass Glyphosat Krebs verursache. Zwar sei die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) zu dem Schluss gekommen, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ sei. Dies sei aber die "Ausnahme", schrieb der Richter. Alle anderen Behörden, von denen das Gericht wisse, seien zu dem Schluss gekommen, „dass Glyphosat keinen Krebs verursacht“ oder dass es „keine ausreichende Belege“ dafür gebe, dass die Chemikalie Krebs verursache.