Der suspendierte Leiter einer Oberschule in Ostsachsen muss sich wegen sexuellen Missbrauchs zweier Schülerinnen am Landgericht Görlitz verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem verheirateten Mann aus der Nähe von Bautzen vor, sich im Mai 2021 an einer 13-Jährigen vergangen und schon Jahre vorher vergeblich versucht zu haben, ein Mädchen der siebten Klasse zu missbrauchen. Laut Anklage hat er die 13-Jährige gezwungen, sich auszuziehen, sie dann in der Schulbibliothek nackt auf einem Tisch liegend fotografiert und sich anschließend an ihr vergangen.

Im Oktober 2016 bereits soll er eine damals Zwölfjährige aufgefordert haben, sich zu entkleiden und selbst zu befriedigen und das für ihn zu filmen. Dabei habe er ihr gedroht, im Klassen-Chat ein pornografisches Video von ihr zu veröffentlichen, das er auf dem Handy eines Klassenkameraden entdeckt hatte, sagte die Oberstaatsanwältin. Die Schülerin hatte sich aber nicht erpressen lassen und stattdessen Anzeige erstattet.

In einer mehr als einstündigen Erklärung bestritt der Mann das ebenso wie den Besitz kinder- und jugendpornografischer Dateien. „Eine psychisch labile Schülerin“ habe das Szenario in der Schulbibliothek arrangiert, seine DNA an ihre Kleidung gebracht, erklärte er. „Die Tür zu meinem Büro stand meist offen.“ Beiläufig erzählte er, dass er mit der Mutter darüber sprechen wollte, dass das Mädchen einen Freund hatte und sexuell aktiv war. Auch pornografische Aufnahmen auf in seiner Wohnung sichergestellten Laptops will er nicht aufgerufen haben. Die Geräte seien Eigentum der Schule und er habe sie nur zur Vorbereitung des Online-Unterrichts zu Hause gehabt.