Göttingen - Ein umstrittener Polizeieinsatz, der sich am Sonntagmorgen in Göttingen ereignet hat, sorgt derzeit für viel Aufregung. Vier Polizeibeamten drücken auf dem Göttinger Kornmarkt einen 28-jährigen Mann zu Boden. Der muskulöse Mann, der aus Göttingen stammt, wehrt sich heftig und beleidigt die Beamten mehrfach. Auf Videos, die auf Twitter kursieren, ist aber auch deutlich zu erkennen, wie dem Festgehaltenen von einem Polizisten ins Gesicht geschlagen wird, so dass er anfängt zu bluten. Derselbe Polizist drückt später sein Knie auf den Nacken des Mannes.

Gegen den 31-jährigen Beamten, der auf den Mann einschlug, sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt eingeleitet worden. Zudem sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet und bis zum Abschluss des Strafverfahrens ausgesetzt worden, so die Polizei.  

Polizei Göttingen erklärt Faustschläge

Kritiker sehen hier eine Parallele zum Fall des Afroamerikaners George Floyd, der vor über einem Jahr nach einem Polizeieinsatz in den USA starb. Ein Polizist hatte ebenfalls auf seinem Nacken gekniet und ihn so am Atmen gehindert.     

Die Polizei Göttingen verteidigt ihr Vorgehen aber. Nicht der ganze Einsatz sei auf den Twitter-Videos zu sehen, heißt es in einer Mitteilung.  Der polizeibekannte Mann habe ein Messer mit sich geführt. Wie die Auswertung der Bodycam eines Beamten zeigt, griff der 28-Jährige zuvor einen Polizisten an, umklammerte ihn, so dass der Polizist zu Boden stürzte. Darauf verletzte der 28-Jährige den Beamten mit Faustschlägen erheblich im Gesicht. Zu den Faustschlägen des Polizisten sei es schließlich gekommen, um den massiven Widerstand des Mannes zu überwinden, schreibt die Polizei Göttingen weiter.

Gegen den 28-jährigen mutmaßlichen Täter wird jetzt unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und Beleidigung ermittelt. Außerdem muss er sich wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten.