Berlin - Im Fall des Diebstahls eines aus Gold gefertigten Kunst-Vogelnestes aus einer Berliner Grundschule hat ein 21-Jähriger im Berufungsprozess die Vorwürfe zurückgewiesen. Zwar sei er im Vorfeld der Tat angesprochen worden, doch nach einem Streit habe er sich entschieden, „nicht mehr mitzumachen“, erklärte der junge Mann aus einer arabischstämmigen Großfamilie am Mittwoch zu Beginn der Verhandlung am Berliner Landgericht.

Der Angeklagte, der im ersten Prozess geschwiegen hatte, war im Juli 2021 zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hatte das Clan-Mitglied unter anderem des Diebstahls im besonders schweren Fall schuldig gesprochen. Einbezogen in die Strafe wurde eine frühere Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe. Die Verteidigung hatte Freispruch verlangt. Nun prüft das Landgericht den Fall.

Der 21-Jährige soll das gesicherte Kunstwerk „Goldnest“ aus dem Foyer einer Schule im Ortsteil Biesdorf zusammen mit mindestens einem Komplizen entwendet haben. Um an das Exponat zu kommen, sollen die Täter laut Staatsanwaltschaft in der Nacht zum 15. Mai 2019 mit einer Glassäge die „schussfest verglaste und vollständig verschweißt in der Wand eingelassene Vitrine“ zerstört haben. Die Einbrecher hätten sich zuvor Zutritt zu dem Foyer verschafft, indem sie eine Fensterscheibe zerschlagen hätten.

„Goldnest“ ist weiter verschwunden

Das Kunstwerk im Wert von rund 30.000 Euro sei weiter verschwunden, hieß es im ersten Urteil. Das Amtsgericht ordnete die Einziehung von Wertersatz in dieser Höhe an. Ermittler vermuten, dass das „Goldnest“ ebenso wie die 2017 gestohlene 100-Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum eingeschmolzen worden sein könnte. Für den Diebstahl der Münze wurden Clan-Mitglieder verurteilt. Für den jetzigen Prozess sind bislang zwei weitere Verhandlungstage bis zum 2. Februar terminiert.