Berlin - Rund zwei Jahre nach dem Diebstahl eines Kunst-Vogelnestes aus Gold in einer Berliner Grundschule beginnt am Montag der Prozess gegen einen 20-Jährigen. Laut Staatsanwaltschaft soll er das im Foyer ausgestellte und gesicherte Kunstwerk „Goldenes Nest“ zusammen mit mindestens einem bislang unbekannten Komplizen entwendet haben. Die Anklage gegen den Mann aus einer arabischstämmigen Großfamilie lautet auf Diebstahl in besonders schwerem Fall, Einbruchsdiebstahl, Diebstahl mit Waffen und Sachbeschädigung.

Nest wurde vermutlich eingeschmolzen

Um an das Vogelnest mit 74 filigranen Zweigen aus Feingold zu gelangen, sollen die Täter in der Nacht zum 15. Mai 2019 laut Ermittlungen mit einer Glassäge die schussfeste Vitrine zerstört haben, in der das wertvolle Exponat aufbewahrt war. Das knapp ein Kilogramm schwere Goldnest im Wert von etwa 28.000 Euro ist laut Staatsanwaltschaft bis heute verschwunden. Das Kunstwerk wurde im Rahmen eines Wettbewerbs zum Neubau der Schule angefertigt. Ermittler vermuten, dass es ebenso wie die 2017 gestohlene 100-Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum eingeschmolzen worden sein könnte.