Frankfurt am Main - Mit Gleitschirmen haben Greenpeace-Aktivisten in Frankfurt gegen die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) protestiert. Zwei Gleitschirmflieger landeten am Mittwochmorgen auf dem Dach des Eingangsgebäudes. Dort entrollten sie ein zwölf Meter langes Banner mit der Aufschrift: „Stop funding climate killers“. Ein weiterer Aktivist an einem dritten Gleitschirm präsentierte währenddessen ein Flugbanner.

Die Aktion richtete sich nach Angaben von Greenpeace „gegen die klimaschädliche Geldpolitik der Notenbanken“. Eine von Greenpeace und verschiedenen Forschungsinstituten veröffentlichte Studie zeigt nach Angaben der Autoren, „dass die EZB systematisch den Klimaschutz untergräbt“. Greenpeace forderte „eine geldpolitische Strategie, die sich am Pariser Klimaabkommen orientiert“.

Foto: AP/Michael Probst
Ein Greenpeace-Aktivist versucht sich an der EZB als Gleitschirmflieger.

Beachtung von Klimazielen bei Geldpolitik umstritten

Die Notenbank erklärte: „Die EZB trägt im Rahmen ihres Mandats als Zentralbank zur Beantwortung der Krise bei und handelt im Einklang mit den für die Klimapolitik Verantwortlichen.“ Europas Währungshüter überprüfen derzeit ihre geldpolitische Strategie. Dabei analysieren sie auch, „wie wir an allen unseren Aufgabenbereichen auf die Klimakrise reagieren können“.

Unter Notenbankern und Volkswirten ist umstritten, ob und inwieweit Zentralbanken Klimagesichtspunkte in ihrer Geldpolitik berücksichtigen sollten. Kritiker argumentieren, durch eine Aufnahme von Klimazielen würden die geldpolitischen Ziele verwässert. Befürworter sehen hingegen Risiken für die Finanzstabilität, falls die Geldpolitik das Klima nicht oder unzureichend berücksichtigt.