Greenpeace: Wiederbetrieb von Steinkohlekraftwerken „bitter, aber unumgänglich“

Greenpeace hält den Wiederbetrieb von Steinkohlekraftwerken für die Stromversorgung als notwendig, „um sich aus der Abhängigkeit von Putins Gas zu befreien“.

Wasserdampf steigt am frühen Morgen bei Sonnenaufgang aus dem Kühlturm vom Kraftwerk Mehrum im Landkreis Peine.
Wasserdampf steigt am frühen Morgen bei Sonnenaufgang aus dem Kühlturm vom Kraftwerk Mehrum im Landkreis Peine.dpa/Julian Stratenschulte

Der Umweltverband Greenpeace hat die Wiederinbetriebnahme von Steinkohlekraftwerken für die Stromversorgung als notwendig bezeichnet. „Es ist bitter, aber unumgänglich, dass bereits stillgelegte Kohlekraftwerke wieder ans Netz gehen“, sagte Karsten Smid, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace , am Montag. „Um sich aus der politisch verschuldeten Abhängigkeit von Putins Gaslieferungen zu befreien, müssen Steinkohlekraftwerke kurzzeitig in die Bresche springen.“

Damit daraus kein Rückschritt für den Klimaschutz werde, müssten jedoch die jetzt zwangsläufig entstehenden zusätzlichen Emissionen in den folgenden Jahren ausgeglichen werden, sagte Smid angesichts der geplanten Wiederinbetriebnahme von Steinkohlekraftwerken in Bexbach (Saarland) und Heyden (Nordrhein-Westfalen).

Greenpeace fordert aber, auf das Anfahren von Braunkohlekraftwerken für die Stromversorgung zu verzichten. „Für eine sichere Stromversorgung muss kein einziges der besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerke wieder angefahren werden - um die beschlossenen Klimaziele zu erreichen, dürfen sie auf keinen Fall neu befeuert werden“, sagte Smid. „Die hohen Preise für Gas und Strom erzwingen einen sparsamen Umgang mit Energie und machen Wind- und Sonnenstrom konkurrenzlos günstig“, sagte der Greenpeace -Experte.

Die Bundesregierung will Strom wieder vermehrt aus Kohle produzieren lassen, um in der Energiekrise Gas zu sparen. Seit dem 14. Juli erlaubt eine Verordnung, dass Steinkohlekraftwerke aus der sogenannten Netzreserve wieder in Betrieb gehen können.