Greiz - Im bundesweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Ostthüringer Landkreis Greiz gilt jetzt eine Ausgangsbeschränkung. Bewohner der Region dürfen nur noch aus triftigen Gründen ihre Wohnungen verlassen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten neuen Verordnung des Kreises hervorgeht. Dazu zählen unter anderem Arztbesuche, Einkäufe, der Besuch der Schule oder Kita und die Berufsausübung. Die schärferen Regeln, zu denen auch ein Alkoholverbot an öffentlichen Orten gehört, gelten bis 31. März.

Landrätin Martina Schweinsburg ist wütend über die Maßnahmen. „Der Landkreis wurde zum Erlass dieser Allgemeinverfügung genötigt, wobei ich persönlich die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen nicht nachvollziehen kann“, sagte sie dem MDR. Als Landrätin sei sie aber weisungsgebunden.

Inzidenz in Greiz bei über 500, deutschlandweit bei 86,2

In der Region gab es – Stand Mittwoch – 525,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen, wie die Thüringer Staatskanzlei mitteilte. Damit war der Landkreis erneut bundesweit das Gebiet mit der höchsten Inzidenz. Zum Vergleich: Deutschlandweit lag dieser Wert am Mittwoch bei 86,2, thüringenweit bei 173,1. Thüringen ist seit Wochen das am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland.

Seit Dienstag fahren Testbusse des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) durch den Landkreis Greiz, um die Menschen in der Region öfter auf eine Corona-Infektion zu testen. Termine sind dafür nicht nötig. Außerdem gibt es in dem Kreis zwei Testzentren. Dort bietet das DRK täglich kostenlose Schnelltests an. Ein weiteres Testzentrum soll am Freitag eröffnet werden.