Die griechische Regierung hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisiert, der am Montag seine Beziehung zum griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis aufgekündigt hat. Hintergrund ist ein Besuch Mitsotakis in Washington vergangene Woche. Dort hatte Mitsotakis dem US-Kongress, keine Rüstungsgüter in den östlichen Mittelmeerraum zu verkaufen. Dies sorgte für einen Eklat.

In der Türkei herrscht nun Empörung über den Besuch. Denn gemeint war damit die Türkei, die sich um den Kauf von US-Kampfjets des Typs F-16 bemüht. Mitsotakis verwies dabei die jüngst immer häufigeren illegalen Überflüge türkischer Kampfjets über bewohntes griechisches Gebiet. Die Türkei ist wie Griechenland Mitglied des transatlantisches NATO-Bündnisses.

In der jüngsten Vergangenheit fiel jedoch die Türkei mit Widerwillen auf, weil Finnland und Schweden sich auf eine Mitgliedschaft aufgrund des von Russland ausgehenden Ukraine-Krieges beworben hatten. So blockierte der westasiatische Staat die Beitrittsgespräche. Grund ist die Kritik seitens der nordischen Staaten an Erdogans Politik gegenüber der kurdischen Bevölkerung. Der Vorwurf seinerseits: Finnland und Schweden würden die PKK unterstützen, die in der Türkei als Terrororganisation eingestuft wurde.

Erdogan: Mitsotakis existiert für mich nicht mehr

„Wir werden nicht mit ähnlichen Aussagen in solch eine Konfrontation einsteigen“, teilte Regierungssprecher Giannis Oikonomou am Montagabend mit. Derweil registriert Athen an den griechischen Grenzen erhöhte Flüchtlingszahlen - ein Druckmittel, das Erdogan bereits 2020 am nordostgriechischen Grenzfluss Evros eingesetzt hatte. Vorher hatte Erdogan am Montag gesagt, Mitsotakis existiere für ihn nicht mehr.

Seither registriert der griechische Grenzschutz einen starken Anstieg der Flüchtlingszahlen. Allein am Montag versuchten laut Küstenwache knapp 600 Menschen, von der Türkei zu den griechischen Inseln der östlichen Ägäis überzusetzen. Auch am Grenzfluss Evros würden mittlerweile wieder täglich bis zu 300 Menschen daran gehindert, nach Griechenland und damit in die EU zu gelangen, sagte ein Grenzschützer am Dienstagmorgen dem Nachrichtensender „Skai“.