BerlinKulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat den Vorschlag des Musikers Herbert Grönemeyer gelobt, dass Millionäre in Deutschland mittels Corona-Sonderzahlungen die Kulturschaffenden unterstützen sollten.

„Ich finde diese Idee von Grönemeyer ganz großartig“, sagte sie in der RBB-Sendung „Talk aus Berlin“. Grütters betonte, sie freue sich, wenn „ein berühmter Künstler wie Herbert Grönemeyer eine solche Initiative startet und sich selber beispielhaft äußert“. Es sei nur eine von vielen Initiativen direkt von Künstlerinnen und Künstlern.

Nachdem die Kulturschaffenden in Deutschland aufgrund von Corona-Maßnahmen um ihre Existenzen fürchten müssen, wünscht sich Herbert Grönemeyer Solidaritätszahlungen der Reichen. Wie der Musiker in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit erklärte, müsse die Gesellschaft gemeinsam gegen einen kulturellen Kahlschlag kämpfen. Grönemeyer habe auch schon genaue Vorstellungen, wie der Branche geholfen werden könnte. Er hofft auf finanzielle Corona-Hilfen der Vermögendsten.

Grönemeyer für Sonderzahlungen

„Deutschland hat circa 1,8 Millionen Millionäre, und eine Gesellschaft ist eine Familie“, so Grönemeyer. Der 64-jährige Musiker verwies darauf, dass sich eine Familie gegenseitig unterstützen müsse. Wie das im Detail aussehen könnte, hat Grönemeyer anschließend anschaulich dargestellt. Demnach müssten sich die Wohlhabendsten zu einer zweimaligen Sonderzahlung von zum Beispiel 50.000 bis 150.000 Euro bereit erklären. Der Sänger sei zu dem Ergebnis gekommen, dass dann in diesem wie auch im nächsten Jahr „ad hoc circa 200 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung“ stehen würden.

Mit einer solchen Aktion sollen Existenzen gesichert, Pleiten aufgefangen und Ängste gemildert werden. „Und den Familienmitgliedern wird das Gefühl gegeben, dass man ihre Sorgen sieht, dass sie ernst genommen werden und der Versuch unternommen wird, ihnen in dieser bleiernen Durchgangszeit beizustehen. Wir befinden uns nicht in einer Weltwirtschaftskrise“, so Grönemeyer. 

Wenn Deutschland die Livekultur verloren gehe, öffne dies den Raum für Verblödung sowie krude und verrohende Theorien. Zudem bestehe die Gefahr, dass das Land nach und nach „entseelen“ würde. Neben dieser enormen Bedeutung für die Gesellschaft verwies Grönemeyer auch auf den wirtschaftlichen Stellenwert der Kulturbranche: „Der Veranstaltungsbereich ist mit 130 Milliarden Euro Umsatz der sechstgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands“, rund eine Million Beschäftigte arbeiteten hier. 

Erst an diesem Mittwoch hatten zahlreiche Künstler, darunter Udo Lindenberg und Till Brönner, einen Aufruf für mehr Corona-Hilfen für Selbstständige unterzeichnet. In dem von der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt initiierten Appell wird die Bundesregierung aufgefordert, die Belange der Solo-Selbstständigen und Freiberufler zu erhören und sie auch auf höchster Ebene gleichberechtigt mit anderen Wirtschaftsverbänden bei der Ausgestaltung und Nachbesserung von Hilfsprogrammen zu konsultieren. Die bestehenden Überbrückungshilfen müssten schnellstmöglich entbürokratisiert werden, so die Forderung der Künstler.