Großbritannien will 14 Kampfpanzer an Ukraine abgeben

Erneut prescht Großbritannien bei Waffenlieferungen an die Ukraine vor. Mit dem Challenger 2 will das Land erstmals einen modernen Kampfpanzer an Kiew liefern.

Kampfpanzer der britischen Armee FV4034 Challenger 2 sind im Einsatz während der Nato-Militärübung „Dragon-15“ im Landstreitkräfte-Ausbildungszentrum Orzysz im Dorf Bemowo Piskie, Region Masuren, Polen.
Kampfpanzer der britischen Armee FV4034 Challenger 2 sind im Einsatz während der Nato-Militärübung „Dragon-15“ im Landstreitkräfte-Ausbildungszentrum Orzysz im Dorf Bemowo Piskie, Region Masuren, Polen.PAP/dpa/Tomasz Waszczuk

Schon in den kommenden Wochen will Großbritannien der Ukraine 14 Kampfpanzer vom Typ Challenger 2 zur Verfügung stellen. Das teilte die Regierung in London am späten Samstagabend mit. Die britischen Verteidigungs- und Sicherheitsbehörden sähen eine Gelegenheit zum Handeln, da Russland „wegen Versorgungsengpässen und schwindender Moral (seiner Truppen) in die Defensive geraten ist“. Premierminister Rishi Sunak wolle deshalb „Verbündete ermutigen“, ihre für 2023 geplante Unterstützung für die Ukraine „sobald wie möglich auf den Weg zu bringen, um maximale Wirkung zu erzielen“

Am Freitag kommender Woche werden die Verteidigungsminister der westlichen Verbündeten der Ukraine auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz über weitere militärische Unterstützung für das von Russland angegriffene Land beraten. Großbritannien hatte am Samstagmittag - zunächst ohne Nennung konkreter Zahlen - angekündigt, den ukrainischen Streitkräften einige seiner Challenger-Kampfpanzer zu überlassen. Polen und Finnland haben sich bereiterklärt, im europäischen Verbund Leopard-Panzer zu liefern. Die Bundesregierung hat sich noch nicht dazu positioniert. Die Ukraine hat bislang keine Kampfpanzer westlicher Bauart geliefert bekommen, sondern nur sowjetische Modelle aus dem Bestand osteuropäischer Nato-Länder.

Ukraine-Krieg: Kiew wünscht sich Panzer Leopard 2 aus Deutschland

Die Ukraine fordert seit langem die Lieferung des deutschen Panzers Leopard 2, der den russischen Panzern technisch überlegen ist - und zudem sehr viel weiter verbreitet als der Challenger 2. Außer Großbritannien hat bislang nur der Golfstaat Oman den britischen Panzer im Bestand. Das macht ihn angesichts möglicher Lieferanten und der Verfügbarkeit von Munition und Ersatzteilen weniger attraktiv für Kiew als den Leopard, den weltweit 20 Länder nutzen.

London liefert auch 30 Panzerhaubitzen

Neben den Kampfpanzern stellte London der Ukraine nun „rund 30“ Panzerhaubitzen vom Typ AS90 in Aussicht. Verteidigungsminister Ben Wallace werde dem Parlament am Montag die Details des Vorhabens erläutern, hieß es aus der Downing Street. Demnach soll in den kommenden Tagen damit begonnen werden, die ukrainischen Streitkräfte für den Einsatz der Panzer und Panzerhaubitzen zu schulen.