Emilia Fester fordert Wahlrecht für Säuglinge: „So sehe ich das persönlich“

In einem Interview plädiert die jüngste Bundestagsabgeordnete für ein Wahlrecht für alle. Ihr Vorstoß sorgt in den sozialen Medien für Häme.

Die Grünen-Politikerin Emilia Fester ist die jüngste Bundestagsabgeordnete.
Die Grünen-Politikerin Emilia Fester ist die jüngste Bundestagsabgeordnete.dpa/Kay Nietfeld

Die Bundestagsabgeordnete Emilia Fester (Grüne) hat sich für ein Wahlrecht für alle ausgesprochen. Das betreffe auch Kleinkinder, sagte sie in einem gemeinsamen Interview mit Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) dem Focus.

Festers Ansicht nach solle es allen, „die wollen“, erlaubt sein, an die Wahlurne zu gehen, um ihre Stimme abzugehen. Auf Schäubles Nachfrage hin, ob das auch für Zweijährige gelte, sagte Fester, dass sie das persönlich so sehe. Allerdings sei für ihre Fraktion klar: „Die 15- und 17-Jährigen sollen wählen dürfen.“

Auf Social Media erntet Fester Kritik und Häme

Für Festers Vorstoß hagelte es im Netz Kritik. Bereits die Diskussion über eine bundesweite Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre war hitzig. Grüne, SPD und FDP, die zusammen die Ampelkoalition bilden, haben sich eine solche Absenkung vorgenommen. Dass die jüngste Abgeordnete im Parlament nun ein Wahlrecht für alle, inklusive Säuglingen, fordert, sorgt bei vielen Twitter-Usern für Unmut.

So fragt ein Twitter-Nutzer, ob ein Wahlrecht für Zweijährige nicht ein Angriff auf die Demokratie sei. Unter seinem Post befindet sich ein humorvoll gestaltetes Bild, auf dem ein kindgerechter Wahlzettel zu sehen ist.

Twitter-Userin Jessica Schmitz, nach eigenen Angaben CDU-Mitglied, schreibt zynisch: „Ich erwarte sehnlichst den Tag, an dem die Grünen das Wahlrecht für Haustiere fordern.“ Mit „kleinen Mädchen wie Emilia Fester“ werde es nicht mehr allzu lange dauern.

Für den FDP-Politiker Gerhard Papke aus Nordrhein-Westfalen ist die Diskussion keine witzige Angelegenheit: Er fragt sich, was „normale Menschen“ aus der Mitte der Gesellschaft denken würden, wenn „hochdotierte Abgeordnete wie Emilia Fester“ aus dem Bundestag einen Kindergarten machten.